Omma, hol ma‘ den Korn auss’m Regal. Es wird Zeit für ‘ne zünftige Polka!

Die Berliner Polkaholix tun auch gar nicht erst so, als wären sie etwas anderes als eine Partykapelle. Hier schwingt das Tanzbein (fast) von ganz alleine, wenn die Gruppe loslegt. Die musikalische Richtung weist schon der Bandname. Der Haufen kombiniert lässige Polky-Rhythmen mit ein bisschen Ska und Weltmusik und haut dazu Pop und Rock in den Mixer. Eine Prise Humor noch und fertig!

Per se ein nicht uninteressanter Cocktail. Hört man die Polkaholix allerdings zum ersten Mal, klingen die ersten beiden Songs ihres neuen, fünften Albums seit 2002 fast etwas zu brav und gewöhnlich. Mit dem Billy-Idol-Cover „White Wedding“ kescht die Band einen aber ein. Die coole Ska-Polka und Liebeserklärung an die Heimatstadt „In Berlin“ überzeugt endgültig: hier geht was! Erst recht, wenn man bei „Jalapeno“ Richtung Tex-Mex schielt, mit „Wunderbar“ ein witziger Swing-Titel ums Eck geschossen kommt oder „Polka Gambler“ den Cowboy gibt.

Ein gutes Händchen hat die Band vor allem mit ihren Coverversionen. Die rockig-schnelle Version von Rammsteins „Engel“ und das smoothe Falco-Cover „Amadeus“ haben schon ihren Reiz. Und auch die eigentlich gar nicht mehr hörbare Kiss-Nummer „I was made for loving you“ klingt plötzlich wieder frisch.

Im Ganzen ist „Sex, Drugs & Sauerkraut“ eine spaßige Partyplatte geworden. Live geht da sicher noch ein bisschen mehr. Und in Sachen Coolness-Faktor muss man sich dann aber doch den Shanes mit ihrem Hardpolka-Sound geschlagen geben.

Polkaholix - Sex, Drugs & Sauerkraut

1. Voll Polka
2. Bequem
3. White Wedding
4. In Berlin
5. Polka Gambler
6. Bang Bang
7. Jalapeno
8. Engel
9. Wunderbar
10. I Was Made For Lovin‘ You
11. The Fox (What Does The Fox Say?)
12. Zugabe
13. Amadeus

Polkaholix - Sex, Drugs & Sauerkraut (Monopol Records, 25.09.2015)
3.8Gesamtwertung