08/15-Musik ist nichts für die Griechen Poem. Das 2006 gegründete Quartett mag es gerne etwas kantiger und spielerisch abenteuerlicher. Da ist man schnell mit dem Stempel „Progressive“ dabei, wenn die Gruppe zum Tanz aufspielt.

Am Ende haben wir es hier mit einer Band zu tun, die modernen Alternative-Rockern, die vor dem Prog-Label nicht zurück schrecken, durchaus nahe steht. Karnivool fallen mir da spontan ein. Immer wieder wagt man in Sachen Härte aber auch Ausflüge in Metalgefilde, nur um sich ein paar Takte später in atmosphärischen Klängen á la Porcupine Tree oder Katatonia zu suhlen.

Eigentlich eine recht interessante und mundende Mischung. Die Musik von Poem fußt dabei vor allem auf ihrer Gitarrenpower und dem emotionalen Gesang. Gerade dieser ist es, der immer wieder für Gänsehaut sorgt. Von zartem Wispern über Melancholie und viel Power zu emotionalen, kernigen Ausbrüchen beherrscht Giorgos Prokopiou das volle Programm.

Das ist auch notwendig, da die Songs seiner Band ein Wechselbad der Gefühle voller schwerer Grooves, fein ausgelegten Melodien, wilder Drehungen und Wendungen sowie instrumentaler Kabinettstückchen sind. Am Ende steht aber glücklicherweise der Song im Vordergrund. Diese können mal straight wie bei „Fragments“ oder hart wie bei „Passive Observer“ sein. Oder episch und breit taumelnd wie bei „Remission of Death“ und „Bound Insanity“. Selbst vor einer zeitgemäßen Powerballade schreckt die Band nicht zurück („Weakness“). Peom sorgen für Abwechslung und Spannung.

Und so bleibt am Ende ein modernes, frisches und anspruchsvolles Rockalbum. Erfunden wird hier zwar nichts neu (also doch nicht progressiv…), bekannte Zutaten aber ansprechend serviert. Gut gemacht!

Poem - Skein Syndrome

Trackliste:
1. Passive Observer
2. Fragments
3. The End Justifies the Means
4. Bound Insanity
5. Weakness
6. Desire
7. Remission of Breath

Poem - Skein Syndrome (ViciSolum Productions, 18.03.2016)
3.8Gesamtwertung