Peter Wolff ist der ehemalige musikalische Kopf der Black-Metal-Band Downfall Of Gaia. Vor zwei Jahren hat er sich von jenen getrennt, um neue musikalische Wege zu gehen. Weg vom rasenden, wilden Stoff, hin zu elektronisch erzeugter, sphärischer Musik mit Soundtrackcharakter.

Nach seiner Tour mit Neurosis-Mann Scott Kelly liegt nun Wolffs erstes Soloalbum „Repeat“ vor. Und es enthält genau das, was im Vorfeld versprochen wurde. Komplett instrumentale Musik, atmosphärisch melancholisch bis unheimlich düster. Und das ist kein Wunder. Der Musiker verarbeitet das Ableben eines engen Freundes mit den fünf teils überlangen Stücken.

Das gute ist, dass „Repeat“ kein reines Drone- und Ambient-Gesäusel ist. Klar, die Grundlage klingt schon dementsprechend. Synthesizer- und Keyboardflächen ergeben zusammen mit orchestralen bzw. Streicherklängen die Basis. Darüber legt Peter Wolff aber meist sein emotionales Pianospiel. Das erzeugt wirklich Stimmung und malt (Schwarzweiß-)Bilder vor das geistige Auge. Man stellt sich vernebelte urbane, von Neonlicht erhellte Häuserschluchten vor, in denen ein namenloser Protagonist ziellos umherirrt. Manchmal wirkt der Sound recht beklemmend, manchmal aber auch intim und einnehmend.

Das hat schon was. Der Promowisch nennt als Vergleiche große Namen wie Bohren & der Club of Gore oder die Komponisten Max Richter und den kürzlich verstorbenen Johann Johannsson in den Mund. Große Fußspuren, die Peter Wolff noch nicht ganz ausfüllen kann. „Repeat“ ist aber durchaus ein interessantes Album für Freunde filmischer Tonkunst.

Mit seinem Einstieg als Solokünstler legt sich der Musiker keineswegs aufs Gesicht!

Trackliste:
1. We
2. Destroy
3. Lines
4. Growing
5. Circles

Peter Wolff - Repeat (My Proud Mountain, 23.02.2018)
3.5Gesamtwertung