Das Jahr neigt sich so langsam dem Ende entgegen und man schaut zurück, was einen in diesem musikalischen Jahr besonders beeindruckt hat. Für mich war es in der zweiten Jahreshälfte neben neben „Win Hands Down“ von Armored Saint vor allem das zweite Album der deutschen Band Path of Samsara.

Geheimnisvoll geben Sie sich, die drei Herren. Namen der Musiker, weitere Infos: Fehlanzeige. Nichts soll von der Musik ablenken. Der Name der Gruppe geht auf den in den indischen Religionen verankerten immerwährenden Zyklus des Seins, den Kreislauf von Werden und Vergehen, sondern auch textlich gibt man sich spirituell und philosophisch. Allerdings nicht so penetrant und verschwurbelt wie ihre ehemaligen Labelgenossen von The Devil’s Blood.

„Black Magic Rock′n′Roll“ nennt die Band das, was sie hier fabriziert. Es wird intensive Musik geboten, in die man sich fallen lassen kann. Dabei spielen Path of Samsara vordergründig recht altmodisch, aber dann doch wieder zeitlosen Hardrock. Die ersten beiden Nummern „The Fiery Hand“ und „Veil of Gold“ bringen das Ganze ziemlich in Schwung und gefallen mit nach vorne gehenden Sound und tollen, einnehmenden (Gesang-)Melodien. Bereits hier beweist man, dass einen Sinn für Musikalität besitzt. Denn Songwriting und Arrangements sind hervorragend.

Im weiteren Verlauf setzt man allerdings immer mehr auf Atmosphäre, was in zahlreichen überlangen und verspielten Songs resultiert. Mal verhalten, dann wieder fast doomig klingen diese, nur um kurz darauf euphorischen Rhythmen und feinen Melodielinien aufgefangen zu werden. Dabei zeigt die Band immer wieder, dass ihre musikalischen Wurzeln weitreichend sind. Gruppen wie die Doors, Blue Cheer oder der unvermeidliche Roky Erickson sind durchaus präsent. Aber auch der Düstermetal-Bereich ist Path of Samsara nicht fremd, wie die eingestreuten Keifeinwürfe von „[dɘ dɔud rɛjt duɘxn vojd]“ zeigen.

Egal in welche Richtung das Stimmungspendel dabei ausschlägt: es bleibt stets immer etwas mystisch, aber auch intensiv und sehr mitreißend. Hier ist jemand mit viel Talent und Liebe für Details am Werk. Letzteres schlägt sich auch in der Verpackung nieder. Der von einem stabilen, geprägten Karton eingerahmte Digipack wirkt sehr hochwertig, sieht schmuck aus und kleidet den musikalischen Inhalt bestens. Auch ohne sich groß mit den verbreiteten Inhalten auseinanderzusetzen, kann man das Ganze sehr genießen. Im Ganzen präsentieren Path of Samsara aber ein äußerst stimmiges Gesamtpaket.

Ein wahrer Geheimtipp!

Path of Samsara - The Fiery Hand

Trackliste:
1. The Fiery Hand (4:29)
2. Veil of Gold (3:46)
3. Serpent Magick (7:06)
4. The Witheres Tree (7:18)
5. [dɘ dɔud rɛjt duɘxn vojd] (5:07)
6. The Blue Demon (7:31)
7. Pyredancer (5:40)
8. The Dawn of Saturn (5:34)
9. Death Aeon – Gateway (6:13)
10. Supernova (10:46)
11. Wood & Bone (7:43)

Path of Samsara - The Fiery Hand (Ván Records, 28.08.2015)
4.8Gesamtwertung