Pascow/Dosenbier/Popcorn/Sniffing Glue/Bochum

Zunächst luden Pascow und die Macher des Films ins Kino des Bahnhofs-Langedreer neben dem Konzertschuppen. In der Lobby wurde einem dann direkt von den Pascowjungs tatsächlich eine Dose Bier und eine Tüte Popcorn in die Hand gedrückt. Das Popcorn wurde in der eigens dafür angeschafften und die Band auf Tour begleitende Popcornmaschine frisch zubereitet. So was finde ich super, wird doch in den meisten Kinos Popcorn in Plastiksäcken angeliefert und dann nur noch erhitzt. Ich liebe es, wenn Leute auf Details achten.

Die Vorfreude auf den Film „Lost Heimweh“ war riesig, da ich die Woche über krank war und mir das Boxset schon am Montag zugeschickt wurde. Welch Qual ich erdulden musste, den Film nicht zu gucken. Der Film war ein echtes Highlight, da er nicht nur Pascow portraitierte, sondern am Beispiel Pascows im Vorbeigehen die aktuelle DIY-Punkszene. Vielleicht wird dieser gute und unterhaltsame Film in einigen Jahren den gleichen Status haben, wie „Thrash Altenessen“. Man merkt die Ausdauer und Hingabe, mit der die Filmemacher ihr Werk umsetzten. Ich hatte mich auf ca. eine Stunde Film eingestellt, es waren aber dann doch zwei.

Im Anschluss ging es rüber in die prall gefüllte Konzerthalle des Bahnhofs-Langendreer. Die Menschenmassen überforderten mich etwas nach der gemütlichen Kinoatmosphäre. Dann kamen Sniffing Glue, die mir gar nicht gefielen. Nach dem Film wäre es für meinen Geschmack dramaturgisch besser gewesen, direkt mit Pascow zu starten. Die zeigten trotz der großen Location, eine ihrer besten Leistungen, und ja, auch ich habe sie in kleinen Läden vor zig Jahren gesehen. Aber Pascow füllen mit Leichtigkeit die große Bühne und konnten mit einem Wahnsinns Sound begeistern.

Gestartet wurde mit einem Kirchenglocken-BühnenIntro, welches dann überging in einen langsamen aber druckvollen Song, ich glaube es war „Castle Rock“. Das nahm mich sofort mit. Jedem war klar, was danach passiert. Pascow würden eine ihrer schnellen Granaten zünden, was auch passierte… und der Laden flog auseinander. Höhepunkt des Abends war dann für mich, als die drei PascowGitarristen die Bühne verließen um mitten im Publikum „Mila“ zu spielen. Das habe ich bisher immer nur von einem Musiker gekannt.

Tiefpunkt des Abends: Das Publikum macht eine Wall of Death, zu der die Band aber nicht aufrief. Ich bin in der Hinsicht Royalist, dies gebührt nur Sick of it all!

Schön wenn ein Abend mehr ist als die Summe seiner Teile… und dieser Abend war mehr als nur ein Film und Konzert. Und das an einem Donnerstag!

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