Ein toller Einstand ist der Kölner Band Pantaleon mit ihrem ersten vollen Album „Virus“ gelungen. Große Musikalität, toller Gesang und starke Songs voller harter Momente und feinen Melodien findet man hierauf. Stilistisch darf man die Truppe durchaus dem progressiven Metal zurechnen (allerdings mehr als Schublade und nicht im reinen Wortsinne „progressiv“).

Allerdings halten sich Pantaleon in Sachen übertriebenem Gefrickel größtenteils zurück, selbst wenn der eröffnende Titeltrack durchaus bei Dream Theater in die Lehre gegangen sein könnte. Allerdings stellt die überlange Nummer auch gleich mal die Klasse der Band deutlich heraus. Schwerer, groovender Metal, aufwühlendes Arrangement mit einer gesunden Portion Dramatik und dann doch einiges an Instrumentalsport sorgen dafür, dass es auch nach über zehn Minuten nicht langweilig wird. Wer auf überschlagende Gitarren- und Keyboard-Sounds steht, der kann hier jubeln.

Überlange Stücke sind das eine. Pantaleon verstehen sich aber auch gut in kürzeren, knackigen Songs, die auch in knapperen Spielzeiten spannende Zutaten zu interessanten und mitreißenden Kompositionen zusammenschweißen. „Wake Up“, „Condemned“ und „March Of The Titans“ sind dabei gute Beispiele, wie straighter, aber doch relativ anspruchsvoller Metal klingen kann. Interessant wird es aber auch, wenn mal etwas ruhigere Momente wie bei „The Only One“ oder „Winter’s Sun“ mit seinen lounigen Abschnitten Einzug halten.

Die vollen Stärken spielt die Band aber dann doch in den längeren Songs aus. Eben genau die Dinger, nach denen der Genre-Fan wohl verlangt. Freunde von Bands die Symphony X oder den einheimischen Vanden Plas sollten ihre Lauscher jedenfalls aufsperren, denn Pantaleon sind zweifelsohne ein Geheimtipp, der etwas mehr Aufmerksamkeit verdient hat.

Trackliste:
1. Virus
2. Wake Up
3. Condemned
4. Slaves To Ourselves
5. March Of The Titans
6. The Only One
7. Winter’s Sun
8. Recovery

Pantaleon - Virus (SAOL/H'Art, 16.06.2017)
4.0Gesamtwertung