So langsam aber sicher dürfte auch dem letzten Doom Metal Freak klar werden, was für ein tolle Band Pallbearer aus Arkansas sind. Die ersten beiden Alben der Band sind zu recht mit Lob überschüttet worden. Die Band hat konsequent an ihrem Stil gearbeitet und diesen immer weiter verfeinert. Pallbearer streuen in ihre traurigen, düsteren Songs immer wieder progressive Elemente ein und entwerfen somit wahnsinnig schöne Soundgebilde, welche die Grenzen eines normalen Songs oft sprengen.

„Heartless“ ist das dritte Album der Band und wieder bewegt man sich nur wenig von der ursprünglich eingeschlagenen musikalischen Richtung weg, dafür ist allerdings eine stetige Entwicklung der Band zu hören, wenn man sich alle drei Alben am Stück anhört. Sehr spannend.

„Heartless“ wird von „I Saw The End“ eröffnet. Die ersten 30 Sekunden des Albums machen schon klar was in den nächsten 60 Minuten angesagt ist. Breitwandige Gitarrensounds, schwerfällige Rhythmen und trauriges, klarer Gesang. Pallbearer legen es nicht darauf an besonders heavy zu klingen. Die Songs wirken allesamt sehr episch. Die meist überlangen Laufzeiten der Lieder unterstützen den Eindruck.

Langeweile kommt dabei nicht auf. Als Anspieltipp für das Album möchte ich dann auch direkt den längsten Song von „Heartless“ empfehlen. „A Plea For Understanding“ hat alles, was die Band hier über das ganze Album an Zutaten verteilt. Dramatik, packende Melodien und ein sehr gutes Gespür immer dann etwas im Song zu verändern wenn das Ohr des Zuhörers neue Impulse braucht. In weniger blumiger Sprache heißt das, es gibt viel zu entdecken auf „Heartless“.

Tolles Album!

1. I Saw the End
2. Thorns
3. Lie of Survival
4. Dancing in Madness
5. Cruel Road
6. Heartless
7. A Plea for Understanding

http://www.pallbearerdoom.com

 

Photocredit: Diana Lee Zadlo

Pallbearer - Heartless (Nuclear Blast, 24.03.2017)
4.5Gesamtwertung