Ob die Band Inhalte verbreitet oder einfach Phrasen? Ob man keine richtigen Songs schreiben möchte oder ob man es gar nicht kann? Gar nicht so leicht zu sagen in diesem Fall. Das belgische Duo Onmens klingt auf jeden Fall: außergewöhnlich.

Garstige, pumpende Elektrosounds treffen auf schrägen Noiserock, Schreigesang und Lärm. Atari Teenage Riot lassen grüßen. Doch diese beiden Herren scheinen einen etwas anderen Hintergrund zu haben, als der vertonte Widerstand. Fast möchte man meinen, einen regelrecht künstlerischen. Gerade das Gitarrenspiel ist unkonventionell und lässt an eine Gruppe wie Sonic Youth denken.

Der Elektro-Anteil? Schwankt zwischen 80er-Synthie-Sounds mit einem Darkwave-Geschmäckle, Rabaukentum und noisigen Störgeräuschen. Auf jeden Fall bleibt er immer radikal. Auf genau einen Stil möchte man sich aber nicht festlegen. So klingt „Must be my mind“ teilweise wie ein düsterer Bowie, während „Inner Bitch“ Aggro-Electro-Punk im besten Sinne ist.

Wie so oft ist die Linie zwischen Kunst und purem Lärm hier fließend. Zumindest kommt die Gefühlswelt, die vermittelt werden soll, authentisch rüber. Aber ob man sich das wirklich anhören will? Der Rezensent jedenfalls definitiv nicht. Trotzdem Respekt vor so viel klanglicher Konsequenz. Wenn man schon etwas hervorheben möchte, dann das!

Ich bin auf jeden Fall raus…

Onmens - Witruimte

Trackliste:
1. Unit 11
2. Inner Bitch
3. Take a live
4. Voice of God
5. Whining Cross
6. Heritage
7. How it appeals
8. My Brother’s Blood
9. Bathe
10. Must be my Mind
11. Only Flesh

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Onmens - Witruimte (Sideburn Records, 08.04.2016)
1.9Gesamtwertung