Bei der Musikschreiberei sind es die kleinen Moment, die magisch sein können. Es gibt die großen Namen in den Betreffzeilen der Promomails, die einen aufhorchen lassen. Und dann gibt es die Sachen, die direkt vom Künstler kommen, die man noch nie gehört hat, die auch sonst kaum Jemand gehört hat und die dann plötzlich zünden und sich in den Kopf brennen. Tanzschuhe auspacken, denn One Hand Elephant ist genau so ein Moment!

Christoph Walter hat sich hingesetzt und aus einer Hand ein komplettes Album, mit gefühlten 20 Spuren in manchen Songs, aufgenommen. Der Vorteil beim DIY ist ja dieses „Alles in einer Hand haben“. Da fragt sich der eine oder andere, wie das alles dann wohl mit einer riesigen Industriemaschine im Background klingen würde, aber das will ich lieber gar nicht wissen. Das könnte mir genau diesen Sound versauen.

Schon der Opener „Hello“ kommt als neuer Sommersoundtrack um die Ecke und gibt dir das Gefühl, als würden Bands wie Weezer sich neu erfinden und nicht auf alten Lorbeeren ausruhen wollen. Frisch, neu und mit einer Menge Herzblut.

Wo mir an anderer Stelle „experimentierfreudig“ auch schnell als Stichwort für schnell anstrengend werdende Musikermidlife-Crisis stehen kann, ist das hier der große Pluspunkt der Platte. Immer zwischen den großen Rockbands der Zeitgeschichte und frischem Indiesound am Pendeln begeistert mich „Artistic Mind“ auf eine tiefe Art und Weise. Großartig! Ich bin sicher, dass wir von „One Hand Elephant“ in Zukunft noch eine Menge hören werden. Prost!

 

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  1. Hello
  2. Other Side
  3. Say it again
  4. Friend or foe
  5. Even Though
  6. Day of Snow
  7. Time
  8. Honeypot
  9. Oh, no!

 

One Hand Elephant - Artistic Mind (DIY, 01.04.2016)
4.0Gesamtwertung