Eher zufällig ist mir gestern noch leicht verspätet die Debüt-EP von Oma Oklahoma aus Hamburg in die Finger gefallen, weshalb ich mich direkt noch dran gemacht habe, ein paar Zeilen zu „Normalnull“ zu schreiben.

Irgendwo zwischen Keele und Turbostaat würde sich die Scheibe, die es neben der Vinyl-Version ab August auch als schickes orangenes Tape geben wird, ganz gut in eurer reichhaltigen Plattensammlung machen – trotz alledem entwickeln die Post-Punks in den sechs Nummern ihren eigenen Stil.

Frickelige Gitarren auf der einen Seite, dazu der entsprechende Druck an Bass und Schlagzeug… hier haben Teni, Nico und Steffen bzw. Oma Oklahoma trotz ihres erst kurzem Bandbestehens schon ordentlich Arbeit geleistet um nach dem ganzen Corona-Driss dann hoffentlich im Herbst endlich richtig aufs Gaspedal zu drücken und die „Straßen“ unsicher machen zu können.

 

Ganz im DIY-Style wurde das Video zu „Straßen“ übrigens mit mehr als 1.200 Bildern selbst gezeichnet – da wäre meine Kreativität schon nach nicht einmal 10 Bildern in Überforderung abgedriftet.

Sozialkritisch, aber immer auch selbstreflektiert geht es bei den Hamburgern zu und politisch sind Oma Oklahoma natürlich auch, ohne jedoch direkt mit der Tür ins Haus zu fallen – der moderne Punk hat gefälligst auf das Kleingedruckte zu achten, dämliche Sprüche und stumpfe Parolen sind ja eher etwas für die andere Seite des politischen Spektrums.

Hier passt somit schon so einiges zusammen und man kann nur hoffen, dass „Normalnull“ in Bälde einen kompletten Nachfolger bekommt, sechs Songs sind mir persönlich eindeutig zu wenig – hier darf es auf jeden Fall schnell mehr sein… denn Oma Oklahoma sind „null normal“ und daher ganz bestimmt auf dem Weg, die musikalische Punk-Szene mit dem einen oder anderen neuen Sounds zu bereichern und ein wenig Abwechslung zu verbreiten.

 

Titel:
1. ANTIWIND
2. STRASSEN
3. MASCHINEN
4. DIE ZEIT, DIE ZEIT
5. BILDLOS
6. LICHTLOS

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Oma Oklahoma - Normalnull (Kidnap/No Spirit, 03.07.2020)
4.3Gesamtwertung