Das Olgas Rock Festival ist nun erwachsen, denn durch seine 18. Ausgabe ist das beliebte „Umsonst und Draußen“-Festival volljährig geworden und hat hierzu ein herausragendes Line-Up aus lokalen und internationalen Größen eingeladen.

Ganz reibungslos war die Geburtstagsparty im Oberhausener Olga Park, der 1999 auf der ehemaligen Zeche Osterfeld als Gelände der Oberhausener LandesGartenschau (kurz Olga) entstand, aber leider nicht.

 

Der Freitag…

…beginnt eigentlich mit den normalen zu erwartenden Problemen – der all-freitagliche Verkehr im Ruhrgebiet auf dem Weg nach Oberhausen. Die böse Überraschung gab es dann am Eingang – Wartezeit von einer Stunde, die leider auch durch mangelndes Engagement der Security mitverursacht wurde. Zwar wurden längere Wartezeiten angekündigt, die Umsetzung jedoch war vielen festivalerfahrene Besucher jedoch unverständlich. Einfache Maßnahmen zur Beschleunigung des Einlasses, wie Frauen zu den weiblichen Ordnern durchwinken oder die 400 m lange Schlange zu koordinieren – all das fand nicht statt, obwohl dies dem Ordnungspersonal im Sichtfeld war. Im Gegenteil, im Bereich der längsten Schlange wurde zudem noch der Zugang blockiert. Zu allem Überfluß wurde das Rucksackverbot zwar zuvor kommuniziert – eine Lösung vor Ort gab es jedoch nicht. Wer seinen Rucksack mitbrachte, durfte sich nach der Wartezeit selbst eine Lösung suchen, wodurch viele Rucksäcke im Eingangsbereich bei der Security abgelegt wurde – das Ordnungspersonal fand sich hier jedoch nicht zuständig. Im Innenraum einen Fünfjährigen auf den Zaun zu setzen und mit beiden Armen umklammern – und dieses nichtmal direkt vor der Bühne – sondern im hinteren, weniger besuchten Bereich: überall kein Problem, nicht jedoch bei der freitaglichen Olgas-Rock Security! So gab es – und zwar völlig zurecht – massive Beschwerden, insbesondere in den sozialen Medien. Es sollte helfen.

Musikalisch wurde Itchy dann leider verpasst, die zum Abschluss des Konzertes beim tollen Publikum bedankten. Voll war es zumindest vor der Bühne und viele potentielle Itchy-Besucher noch vor den Eingangstoren.

Ruhrgebiets-Ska-Größe Los Placebos feierten dann auf Bühne 2 ein schönes Ska-Feuerwerk. Nach fünf Jahren waren sie wieder zu Gast beim Olgas Rock, wo sie als Ruhrgebiets-Band eben viel lokales Publikum anzieht, die mit der Band feiert.

Ebenso aus dem Ruhrgebiet sind die Metaller von Any Given Day. Laut und spielfreudig begeisterten die fünf Gelsenkirchener das Publikum bis zum Höhepunkt zum Abschluss, der Rihanna-Cover-Version von “Diamonds” mit dem Any Given Day den bislang größten Erfolg feierten.

Nach Singer/Songwriter Faber war dann Anti-Flag der Tagesheadliner. Schon zuvor ließen sie sich auf dem Gelände blicken und gaben zugunsten von Amnesty International einen Akustik-Kurz-Gig am “Home is where your heart is“-Stand mit Fan-Selfie-Fotoshooting.

 

Der Samstag…

beginnt mit der Erkenntnis, dass wohl die Kritik an den Zuständen am Einlass am Freitag angekommen ist. Eine Mitarbeiterin sprach Personen mit Rucksäcken vor dem Einlass an, der Einlass ging deutlich zügiger. Auch im Innenraum wirkte die Security netter und entspannter – man ist wohl lernfähig. Ob der geringe Besuch durch die abschreckende Wirkung vom Freitag zustande kam, wird man sicherlich nie erfahren – möglicherweise könnte es auch der geringe Bekanntheitsgrad der amerikanischen Punkbands liegen.

Musikalisch gab es ein Heimspiel für die Oberhausener Punkrocker von Emscherkurve77, was natürlich gut besucht wurde und für gute Stimmung sorgte. Danach folgte dann das Abendprogramm des Kalifornien-Punkrock-Samstags.

Ordentlich Tempo machten die Altpunker von Good Riddance. Interessant war die Info, dass es für die Band eine Rückkehr nach Oberhausen war, denn dort spielten sie im Jahr 1995 ihren ersten Europaauftritt der Bandgeschichte. Lustig dagegen der Umgang mit dem Maskottchen Biene Olga – die bei einigen Bandszwischenzeitlich auf die Bühne kam. Good Riddance schickten die Biene direkt zum Crowdsurfen, was zum einen lustig aussah, aber offenbar nicht unbedingt die Sache des Menschen im Bienenkostüm war, der danach doch ein wenig durchatmen musste.

Heimlicher Headliner des Abends waren jedoch die Old-School-Punkrocker von Face to Face. Zum einen haben sie einen unfassbar guten Auftritt hingelegt, zum anderen war auch die Anzahl textsicherer Fans hier am größten. Der Aufforderung zum Mitsingen kam das Publikum gerne nach – zum Amüsement des mit dem Abbau beschäftigten Gittaristen auch nach dem Konzert – toll war’s!

Die Mad Caddies schlossen dann das 18. Olgas Rock mit ihren Genre-Mix aus Ska, Punk und Reggae. Ein würdiger Abschluss, bei dem das Publikum nochmals zum Feiern kam.

So endete das 18. Olgas Rock und eigentlich war es bis auf die Security am Freitag sehr schön. Ein tolles Festivalgelände mit einer Vielzahl unterschiedlicher Stände, genügend WCs und wer gerade nicht in der Nähe der Bühne ist, kann es auf einer Großbildleinwand verfolgen, auf der die Konzerte übertragen werden! Vieles, aber halt nicht alles war gut – aber seien wir mal ehrlich: Wer hatte einen reibungslosen 18. Geburtstag? Meiner ist so lange her, dass ich mich kaum noch daran erinnere! Also bleibt die Vorfreude auf ein Wiedersehen mit Olga in 2018!

 

Die Homepage des Olgas Rock Festivals