Oh Hiroshima – All Things Shining (Pelagic Records, 28.06.2024)

Für fünftes Album „All Things Shining” haben die beiden Brüder Jakob Hemström (Gitarre, Gesang, Keyboards) und Oskar Nilsson (Schlagzeug) eine neue Heimat bei Pelagic Records gefunden, was durchaus gut passt, kann man die Schweden doch mit etwas gutem Willen durchaus ins Postrock-Lage einsortieren (bei dem der Rock allerdings groß geschrieben wird). Muss man aber nicht, denn hiermit ist ihnen die Schublade doch etwas zu klein.

„All Things Shining“ ist über weiter Strecken ein recht schwelgerisches, aber auch gesangs- und gitarrenlastiges Album geworden, auf welchem sich die Band durchaus ihrem eigenen Sound schrankenfrei hingibt, Oh Hiroshima ihre Kompositionen aber durchaus immer wieder in bekannte Songstrukturen pressen. „Secret Youth“ ist zum Beispiel schon fast recht geradliniger, eingängiger Alternative Rock.

Das ist aber nur eine Schattierung des Albums. Längere vibrierend mäandernde Stücke wie „Rite Of Passage“ und „Memorabilia“ stehen auf der anderen, in der Atmosphäre auch mal wichtiger als große Melodien sein können. Überhaupt durchweht die Platte ein gewisses in sich gekehrtes Feeling, bei dem die Band über gewisse Dinge sinniert und sie eher unterschwellig zum Ausdruck bringen möchte. Nimmt man mal den Promozettel zur Hand, scheint der Eintrag nicht ganz falsch zu sein: „Das gleichzeitig persönliche und universelle Album dient als klangliche Erkundung der Doppelzüngigkeit des Alterns; das zweischneidige Schwert, lebensbejahende Erfahrungen zu sammeln, die unweigerlich unsere Wahrnehmung der Welt um uns herum trüben.“

Darauf muss man sich erst einmal einlassen, bevor „All Things Shining“ seinen Zauber entfaltet. Denn es erweist sich als richtiger Grower mit Stücken wie dem einnehmenden „Swans In A Field“ oder dem bereits genannten „Rite Of Passage“.

 

Trackliste:
1. Wild Iris
2. Holiness Movement
3. Swans In A Field
4. Secret Youth
5. Rite of Passage
6. Deluge
7. Leave Us Behind
8. Memorabilia

 

 

Photo-Credit: Ellen Hemstroem and Oskar Nilsson

 

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