Aus dem tiefsten Nordosten der USA stammt das Trio Ogre. Und mit seinem fünften Album „Thrice As Strong“ bringt sie neben Orodruin ebenso einen Hauch von Doom Metal zum italienischen Label Cruz del Sur Music.

Dabei geben sich Ogre gar nicht mal so arg schleppenden Zeitlupensounds hin. Ihre Songs klingen eher nach altmodischem 70er-Hardrock bis Proto-Doom. Herrlich hoffnungslos veralteter Sound, der heute nur noch funktioniert, wenn er gut und mit viel Leidenschaft gespielt wird. Und hier gibt es glücklicherweise keine Probleme. Denn Ogre klingen vor allem: authentisch. Drei Musiker, denen absolut klar ist, dass man nicht „hip“ ist und die einfach raushören lassen, dass sie viele alte Sabbath– und Mountain-Platten gehört haben.

Sieben Songs werden hier in handlicher LP-Länge dargeboten – mal knackig, dann wieder schön verspielt oder einfach mal mit viel Lässigkeit nach vorne gedrückt. So richtig krustigen Doom gibt es bei Ogre selten. Selbst das überlang schleppende „Blood Of Winter“ hat diese Oldschool-Rock-Note, die so typisch für die Band ist. Der Stephen-King-Tribut „King Of The Wood“ hat dazu noch einen gemütlichen Heavy-Rock-Swing mit Cowbell im Hintergrund. Dafür klingt der Refrain überraschend bissig.

In kreativer Hinsicht reißt man auf „Thrice As Strong“ nicht Bäume aus, agiert aber mit viel angenehm nerdigem Charme. Und das hat doch was!

 

Trackliste:
1. The Future
2. Hive Mind
3. Big Man
4. Judgement Day
5. Blood Of Winter
6. King of the Wood
7. Cyber-Czar

 

 

 

Ogre - Thrice As Strong (Cruz del Sur Music, 25.10.2019)
3.5Gesamtwertung