Aber hossa, da hauen ein paar Herren aus „Down Under“ aber ordentlich auf den Putz! Octanic kleckern nicht, sie klotzen. Ihr moderner Cyber-Metal ist äußerst massiv und will sich stilistisch so gar nicht wirklich festlegen.

Aber das alleine ist ja nix Schlechtes. Basis des Sounds von Octanic ist melodischer Death Metal der schwedischen Schule (sprich á la In Flames oder Dark Tranquillity) – das Ganze äußerst modern eingetütet, mit einem irren Hauch á la Disturbed, ein wenig Hardrock-Politur und einer Ladung symphonischem Klimbim. Große Melodielinien sind genauso an Bord wie mitreißende Rhythmen und schwere Grooves. Die Band gönnt dem Hörer dabei keine Pause und bombardiert ihn ohne Unterlass.

Das ist bisweilen schon beeindruckend, wenn einem das Sextett seine schmissigen Songs um die Ohren haut. Das post-apkalyptische Epos „Addict“, das maschinell-harte mit eingängig poppigem Refrain angereicherte „Fear the reaper“, die schmissige In-Flames-meets-80s-Hardrock-Symbiose „King for a day“ und das modern-melodische „Solus“ sind dabei die Highlights.

Doch was immer sehr stört, sind die absolut billigen und zu gewollt eingestreuten Keyboardsounds sowie die zu übertrieben massive und bis zum Abwinken verdichtete Produktion, die kaum noch Dynamik zulässt. Kaum zu glauben, dass für den Mix Roy Z (u.a. Bruce Dickinson, Halford) verantwortlich sein soll. Das hier ist einfach zu viel des Guten.

Das ist schade. Das Flair zwischen knallhartem Metal, Theatralik und Eingängigkeit hat durchaus seinen Reiz. Denn an sich wäre das Album durchaus passabel.

Octanic - The Mask of Hypocrisy

Trackliste:
1. Aeternus Imperium
2. King for a day
3. Addict
4. Deadworld
5. The Mask of Hypocrisy
6. Solus
7. Fear the reaper
8. Pariah
9. Purging the Maelstrom
10. The Devil pays higher

Octanic - The Mask of Hypocrisy (Into Records, 13.11.2015)
3.0Gesamtwertung