Zum Start in die neue Woche möchte ich euch heute das neue Album von Northlane präsentieren. Es heißt „Alien“ und erschien bereits am 2. August 2019.

Nun bringen Northlane schon seit 2011 in einem Zweijahresrhythmus ihre Alben auf den Markt und das mit konstant hohem Erfolg. Dennoch haben mich die beiden Vorgängeralben „Node“ und „Mesmer“ nicht so sehr gepackt. Nun soll es anders werden, die Elektro-Sounds à la Nine Inch Nails haben hier einen weitaus höheren Anteil als dies noch auf allen anderen Alben der Fall ist.

Northlane arbeiten schon immer mit Elektro-Parts, doch im Gegensatz zu anderen Bands, welche sich irgendwann einmal in diese Richtung verlagerten, hatte ich bei Northlane keine Bedenken, dass sich diese Ausrichtung auf Pop-Musik zu bewegen würde. Auf „Alien“ werden die Elektro-Parts im Vergleich zu allen Vorgängeralben nur intensivier und vordergründiger eingesetzt, somit ändert sich grundlegend am Stil der Band erst einmal nicht viel.

Der auf „Alien“ mittlerweile oft gezogene Vergleich mit der Band Parkway Drive hinkt meiner Ansicht nach sehr. Hier wird vermutlich nur Bezug auf die geographische Lage genommen, denn in musikalischer Hinsicht wird der Unterschied in den ersten Songs bereits erkennbar.

„Alien“ startet mit dem Opener „Details Matter“, welcher zuerst mit einer Elektro-Einlage beginnt und im weiteren Verlauf mit Djent-Riffs kombiniert wird. Das macht direkt Appetit auf mehr und der nächste Track „Bloodline“ hat mich dabei nicht verhungern lassen. „Bloodline“ gilt als das Prunkstück auf Alien und das zurecht. Sehr positiv überrascht war ich vom Track „Talking Heads“, da dieser mich bis zum Clean-Voice-Gesang an die Nu-Metal-Ära der Jahrtausendwende erinnert.

Bis hin zum Song „Eclipse“ passiert dann erst einmal nicht viel und ganz ehrlich diese Note an Kontinuität tut „Alien“ gut, denn auf „Eclipse“ wird man direkt in ein Industrial-Erlebnis hinein katapultiert. An Vielfalt mangelt es auf „Alien“ jedenfalls nicht. Mit „Rift“ und „Sleepless“ setzen Northlane weiter auf die Elektro-Parts, doch in diesem Fall ist das Stichwort nicht Industrial sondern Drum & Bass und für die Tracks „Paradigm“ und „Vultures“ kehren Northlane wieder zu ihrem ursprünglichen Sound zurück.

Lyrisch erzählt Alien über die Kindheit von Sänger Marcus Bridge, welche von Gewalt und seinen drogenabhängigen Eltern geprägt war und wie er den Weg in ein besseres Leben fand.

„Alien“ ist ein Album was eine mutige Entwicklung seitens der Band genommen hat und die vorab angenommene Befürchtung, dass die erhöhten und intensiveren Elektro-Parts dem Album schaden haben sich nicht bestätigt. Hier ist sogar das Gegenteil der Fall, „Alien“ glänzt mit einer wahnsinnigen Vielfalt und Kreativität. Fazit: Sehr gelungen und ein „Must Hear“!

 

  1. Details Matter
  2. Bloodline
  3. 4D
  4. Talking Heads
  5. Freefall
  6. Jinn
  7. Eclipse
  8. Rift
  9. Paradigm
  10. Vultures
  11. Sleepless

https://northlaneband.com/

Northlane - Alien (UNFD, 02.08.2019)
4.8Gesamtwertung