NOFX verfolgen mich nun bereits seit bestimmt fünfundzwanzig Jahren und somit war es nur eine logische Konsequenz, dass ich mir das neue und damit bereits dreizehnte Album der amerikanischen Punk-Rocker für eine genauere Betrachtung vornehmen würde.

„First Ditch Effort”, so soll sie heißen, die dreizehn Songs fassende Scheibe der Jungs um Fat Mike, welcher der Band bereits seit über dreißig Jahren als Frontsänger (und Bassist) seine Stimme leiht!

Meine NOFX „Allzeit Lieblingsscheibe“ ist eh das 1992iger Album „White Trash, Two Heebs and a Bean“ (welches Björn im Rahmen unserer „Handwritten-Classics“ Serie erst kürzlich besprochen hatte!), auch wenn der eigentliche Durchbruch ja erst zwei Jahre später mit „Punk in Drublic“ kam (incl. „Linoleum“ und „Don`t Call Me White“)… wobei, so richtig großen Wert haben die Jungs auf Lobhudelei und Verkaufszahlen eh nie gelegt!

So, aber jetzt zurück ins „Hier und Jetzt“ und ran an „First Ditch Effort“, Freitag ist ja schließlich VÖ-Tag und wie sagen wir Nordlichter so gerne „sabbel nich, Zeit iss kurz!“

Kurz vorab… wer heute noch glaubt, dass NOFX ihren Stil noch einmal grundlegend ändern würden, dem sei ein klares „auf gar keinen Fall und das ist auch gut so“ entgegen gerufen!

Aber eins darf man den Herren bei der einen oder anderen Nummer des neuen Albums durchaus zusprechen… nämlich das sie mittlerweile keine zwanzig mehr sind, sich aber bei so manchem Song definitiv so anhören! Respekt die Herren, bewegen wir uns da gerade in die frühen Band-Zeiten zurück, als die Jungs sich noch nicht durch das Bad Religion Album „Suffer“ zu einer etwas melodischeren Gangart inspirieren lassen hatten und eher dem Hardcore-Punk zugetan waren?

Schon die erste Nummer „Six Years On Dope” klingt tempomäßig so, als hätte sie sich vor den Aufnahmen sogar noch eine Schubkarre mehr als sonst davon reingepfiffen und „Happy Father’s Day” animiert einen dazu, mal wieder die Pogo-Stiefel zu schnüren und ordentlich einen drauf zu machen!

„Sid And Nancy“ bringen erst einmal ein wenig Entspannung und den klassischen Sound der letzten Alben zurück, aber „California Drought“ tritt das Gaspedal wieder merklich in Richtung Bodenblech… so gefällt mir das – älter, weiser, aber immer noch im Vollgas-Modus!

Zu der Single „Oxy Moronic“ hatten NOFX ja bereits ein sehr unterhaltsames Video produziert, in welchem sie sich gemeinsam mit den Leuten der Comedy-Plattform Funny Or Die über die Pharmaindustrie lustig machten…

…doch auch Selbstironie ist den Jungs nicht fremd, denn bei „I Don`t Like Me Anymore“ rechnet man temporeich mit sich selbst ab.

Aber auch die zweite Hälfte des Albums hat es in sich und neben „Ditch Effort“ oder „Dead Beat Mom“ empfehle ich ebenfalls „Bye Bye Biopsy Girl”, welches musikalisch gut und gerne in die „Heavy Petting Zoo“ Ära einzuordnen ist… abschließend rechnet Fat Mike dann noch mit der „Generation Z“ ab!

Also wie bereits oben erwähnt erfinden NOFX sich und den Punkrock mit „First Ditch Effort“ zwar nicht neu, bieten aber eine gute Mischung, die das musikalische Können der letzten dreißig Jahre wiederspiegelt… somit empfehle ich das Album allen Fans und denen, die es gerne auf die alten Tage der Band noch werden möchten!

 

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Titel:
1. Six Years on Dope
2. Happy Father’s Day
3. Sid and Nancy
4. California Drought
5. Oxy Moronic
6. I Don’t Like Me Anymore
7. I’m a Transvest-Lite
8. Ditch Effort
9. Dead Beat Mom
10. Bye Bye Biopsy Girl
11. It Ain’t Lonely at the Bottom
12. I’m so Sorry Tony
13. Generation Z

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NOFX – First Ditch Effort (Fat Wreck/Edel, 07.10.2016)
4.3Gesamtwertung