Nach zwei EP’s (More Passion, Less Paycheck und Disintergrator) kommt am 22.Juli das Debutalbum der Hamburger No Weather Talks bei Gunner Records aus Bremen.

Viel gehört, Liveauftritt im lokalen Lieblingsminiclub verpasst und gespannt wie ein Flitzebogen. Das sind so die Voraussetzungen für diese Besprechung. Und da ich ausnahmslos positive Meinungen über die Emo/Indiepunkrocker mit Herz gehört habe, war ich noch gespannter.

Was No Weather Talks direkt nach dem Klavierintro bieten, ist astreiner Emopunkrock, der durch seine weibliche Stimme Flicke zwar stark in Richtung Pop geht, aber auch zwischen den ganzen Female Fronted Punkbands Wiedererkennungswert hat.

Nicht krampfhaft dreckig, sondern einfach wie die Schnauze gewachsen ist singt die gute Flicke ihre Vocals. Und das ist auch gut so!

Mit einem Haufen eingängiger Melodien und kleinen Indiemomenten schaffen No Weather Talk den Spagat zwischen Pop und Punk, was mittlerweile nur wenigen Bands gelingt.

„Road Rash“ lässt mir z.B. selbst bei strömendem Regen die Sonne aus dem Arsch scheinen. So großartig sommerlich sind die Melodien und Sing a Longs. Und so zieht es sich auch weiter durch das gesamte Album. Wen wundert es da noch, dass die Band sich auch auf der anderen Seite vom großen Teich schon einen Namen erspielt hat und sich gerade in diesem Sommer einen Wolf spielt. Schlafen die auch mal?

Das No Weather Talks trotz allem Spaß in ihren Songs keine gekauften Pop-Kasper sind, lässt sich bei Songtiteln wie „Nazi Scum Has Gotta Die!“ schon erahnen. Dazu dann auch noch ein Statement im Booklet. So soll es sein!

Wer in seinem Plattenregal zwischen amerikanischem Emocore und Jimmy Eat World also noch Platz hat, sollte auf jeden Fall zugreifen. Und wer nicht, sollte anbauen. Kaufempfehlung!

No Weather Talks - Undoing Defeat (Gunner Records, 25.07.2015)
4.0Gesamtwertung