No Need To Stay kommen aus Rudolstadt und wurden mir als Post-Hardcore angekündigt. Klar, mach ich immer gerne.

Aber schon das Cover des 10 Songs umfassenden Konzeptalbums machte mich stutzig. Das Phantom der Oper- Cover mit entsprechenden Songtiteln wie „The Masquerade“ und „The Phantom“ wollten irgendwie so gar nicht in das Bild passen, was ich im allgemeinen von „Post-Hardcore“ habe.

Aber hier geht es um Musik und nicht um die persönlichen Genreschubladen eines Schreibers, also hab ich mich auf die Musik gestürzt.

Gleich die ersten Töne vom Opener „The Phantom“ unterstützen den Eindruck, den das Cover geweckt hat. Sehr klassisches Intro mit kurz darauf einsetzendem Schreigesang, der in mir, trotz der außergewöhnlichen Aufmachung, den Metalcorebeigeschmack hat.

Der rote Faden der Platte, klassische Elemente mit Phantom der Oper-Kitsch an der Backe, ziehen sich natürlich auch durch die gesamte Platte, was sie zwar herausstechen lässt, aber inhaltlich für mich nicht spannender macht. Die eingebauten Parts, die wohl an klassische Horrorthemen und Horrorfilme erinnern sollen, sind ungewöhnlich, passen aber irgendwie nicht so richtig in das Gesamtbild und wirken dadurch eher wirr und unpassend.

Technisch kann man den Herren nichts vorwerfen, denn die Instrumente werden genau wie die Vocals beherrscht. Leider hat man die Puzzleteile nicht richtig zusammengesetzt, so dass es auf Dauer einfach anstrengend wird. Ich denke an dieser Stelle wäre weniger mehr gewesen. So fängt ein Song wie „A Million Nights“ erstmal wie eine solide Rock-/Metalnummer an und hat auch gute und solide Parts, wird aber durch zuviel störendes, episches Drumrum wieder nur anstrengend. Und es könnte so schön sein.

Insgesamt ist die Platte auf jeden Fall mal etwas anderes, wenn auch nicht so wie man es sich wünscht. Die nächste Nummer von „No Need To Stay“ würde ich gerne wieder hören, wenn denn auf das „Theater“ verzichtet wird. Prost.

Neu2

  1. The Phantom
  2. Persona Obscura
  3. Antagonist
  4. Mechanical Heart
  5. A Million Nights
  6. Sands of Time (Nightmares Pt.1)
  7. The Masquerade
  8. Oktavia
  9. The Undead Diner (Nightmares Pt.2)
  10. Inferno (Grand Finale)

 

No Need To Stay - Persona Obscura (Timezone Records, 30.10.2015)
2.3Gesamtwertung