In den letzten Jahren lief es ziemlich gut für Justin Sullivan und seine New Model Army. Mit ihren letzten beiden Alben „Between Dog And Wolf“ und „Winter“ war nicht nur ein kreativer, sondern auch ein kommerzieller Höhenflug verbunden. Also genau die richtige Zeit, um einen Blick zurück auf die lange und turbulente Geschichte dieser Kultband zu werfen. „The New Model Army Story: Between Dog And Wolf“ gibt hierzu Gelegenheit.

Eigentlich stammt diese Dokumentation von Filmemacher Matt Reid bereits aus dem Jahr 2014. Aber erst jetzt erscheint sie auch offiziell bei uns. Und das ist auch gut so, denn die rund 90 Filmminuten geben einen interessanten Blick auf die Band und ihre Protagonisten frei. Im Mittelpunkt steht selbstverständlich Justin Sullivan – Bandgründer, Frontmann und Macher von New Model Army.

Anhand von historischen und aktuellen Interviews und vielen teils raren Filmschnipseln und Ausschnitten von Liveauftritten wird die Geschichte der Band porträtiert. Dabei wird kaum etwas offen gelassen, so dass der Film schon fast brutal ehrlich und mit einem gewissen Hauch von Tragik erzählt. Dabei kommt natürlich auch nicht gerade selten eine weitere Triebfeder hinter der Band zu Wort: Sullivans Partnerin und Muse Joolz Denby, für die so mancher Weggefährte und Fan nicht gerade die feinsten Worte übrig hat.

Interessant ist auch das Wiedersehen mit alten Bandmitgliedern, wie den beiden Bassisten Stuart Morrow und Moose Harris, die auf ihre Art den frühen New-Model-Army-Sound prägten. Der ehemalige Schlagzeuger Robert Heaton konnte ja leider nicht mehr befragt werden. Der Musiker mit dem sich Sullivan so gerne rieb und mit dem er andererseits viele Highlights gemeinsam erschuf, weilt bekanntlich nicht mehr unter uns. Was insgesamt vielleicht etwas zu kurz kommt, ist die Entstehung einzelner Alben und Songs. Immerhin kommt Produzent Glyn Johns, Produzent von „Ghost of Cain“, amüsant zu Wort.

Insgesamt ist „The New Model Army Story: Between Dog And Wolf“ ein kurzweiliger und spannender Film geworden. Ein echtes Muss für Fans und ein angenehmes Kann für Interessierte. Und wer noch kein Fan der Band ist, könnte es nach dem Sehen durchaus werden. Netter Abschluss des Ganzen: Justin Sullivan soll auf Anraten des Regisseurs in den Sonnenuntergang spazieren, wobei er lachend abwinkt. Er ist halt kein Freund großer Gesten. Sehr sympathisch.

Als Bonus hat man zudem noch eine Stunde Bonusmaterial auf die DVD / Blu-ray gepackt, das zum großen Teil Outtakes und erweiterte Szenen des Films enthält. Zudem noch vier Livesongs, die nicht auf dem Original Marquee-Livevideo von 1985 waren.

Inhalt:

The New Model Army Story (91 min)

Extras: (60 min)
– Around The Fire
– Lost 1985 Marquee Tracks
– The Road To Cologne
– I Love The World
– Recording No Mirror
– Songwriting
– More On Robert
– Evolution