Nach dem lange nicht mehr erhältlichen „Word As Law“ fehlte jetzt nur noch das Debüt und Neurosis haben alle ihre alten Alben in runderneuerter Form vorliegen. Das Cover wurde von Bandintimus Josh Graham passend überarbeitet und der Sound dezent remastert. Der ursprüngliche Charme wurde allerdings beibehalten.

Als das Ding 1987 erstmals erschien, waren Neurosis noch eine komplett andere Band. Statt dem genreprägendem Postmetal späterer Tage war die damals noch zu viert agierende Band eine reine Hardcore-Truppe. Man spielte einen ziemlich rüden bis schrammeligen Sound, wie man sich ihn heute von den Oaklandern gar nicht mehr vorstellen kann. Zwar war das Ganze durchaus schon heavy, aber am Ende ist es doch ziemlich typischer Hardcore-Sound der damaligen Zeit.

Lediglich das Instrumental „Geneticide“ lässt einen ersten Anflug späterer Jahre erahnen. Komplett außergewöhnlich ist „Black“. Mit klaren Indie-Rock-Akkorden startend, schiebt man sich immer mehr Richtung Postpunk. Dafür folgt der Rest recht deutlich einem Schema: verhaltenes Intro, dann Aufbruch ins Chaos mit derben Slam-Brechern und wechselndem Duo-Gesang. Muss aber nicht immer so sein. „Progress“ oder das einminütige „Training“ schaffen es auch so, sich unvermittelt durch die Spielzeit zu prügeln. Hier regiert Bauch vor Kopf. Besonders eindringlich in Nummern wie dem Titeltrack oder „Dominoes Fall“.

Thematisch hat man sich nicht nur genretypisch mit Obrigkeiten angelegt, sondern man schaute schon damals intensiv ins Innere, was in späteren Jahren zu kathartischen Lärmbatzen wie „Souls At Zero“ oder „Times Of Grace“ führen sollte. Aber jetzt sind wir erst am Ende der 80er Jahre angelangt, als Neurosis noch wilde Kids voller Wut im Bauch waren.

Für „Pain Of Mind“ muss man schon eine Liebhaberei für derben Hardcore mitbringen, um es wirklich genießen zu können. Aber für die damalige Zeit war das schon relativ reif. Ein Zeitdokument einer später großen Band.

 

Trackliste:
1. Pain of Mind
2. Self-Taught Infection
3. Reasons to Hide
4. Black
5. Training
6. Progress
7. Stalemate
8. Bury What’s Dead
9. Geneticide
10. Ingrown
11. United Sheep
12. Dominoes Fall
13. Life on Your Knees
14. Grey