Nathan Gray ist vielen als Frontmann von Boysetsfire und durch seine Nebenprojekte ein Begriff. Dass der Gute in den letzten Jahren mit dem Nathan Gray Collective ein sehr düsteres und mit Feral Hymns schon ein erstes Solo-Album rausgebracht hat, haben durch die negative Grundstimmung der Songs wohl einige Leute ignoriert. Was auf jeden Fall ein Fehler sein dürfte.

Denn mit „Working Title“ kommt jetzt das neue Solo-Album und selten hat man durch Platten so eine persönliche Entwicklung des Künstlers nachvollziehen können. Steckte Nathan früher noch in Satanistenkreisen fest, die sich laut Grundaussage ja in der Regel nur um sich selbst kümmern, kommt jetzt der Befreiungsschlag. So steckt „Working Title“ voller positiver Grundaussagen, Durchhalteparolen und Solidarität.

 

 

Musikalisch bewegen sich die 13 Songs zwischen hymnischen Alternative-Ohrwürmern wie „In my Defense“  oder „Never Alone“ und reduzierten und dadurch greifbar persönlichen Songs wie „Refrain“. „Refrain“ kommt übrigens dazu mit einem unglaublich schönen Video um die Ecke, was einen schmachtend vor dem Bildschirm sitzen lässt. Also ich hatte nach dem ersten Durchgang das große Bedürfnis meine Frau und meine Tochter in den Arm zu nehmen. Denn das im Song beschriebene Bewusstsein der Wiederkehr der eigenen Probleme, bringt einen zur Homebase und der Konstanten und zeigt einem deutlich die Bedeutung dieser wichtigen und unbezahlbaren Sache namens Liebe und Familie.

 

„It’s that old familiar feeling/ I could set my watch by it/ You know all the battles I can’t win/ Though the rules are always changing the distractions stay the same/ And the game begins again/ Wait for the refrain.“

 

Insgesamt bringt einen die durch die Bank positive Grundstimmung durch die Platte, nimmt einen an der Hand und zeigt deutlich den Wandel eines Nathan Gray, der auch in seinen zahlreichen Social-Media-Auftritten deutlich entspannter und endlich angekommen wirkt. Die Songs nehmen dich an die Hand, klopfen dir auf die Schulter und tun dir gut. Müsste man dieses Album in einem Satz beschreiben, wäre es wohl das akustische Licht am Ende des Tunnels. Klar ist das Leben manchmal ziemlich kacke, aber am Ende kommt es auf dich an die Kurve zu kriegen. Los geht’s!

Von mir auf jeden Fall eine deutliche Reinhörempfehlung!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. In my Defence
  2. I’m a Lot
  3. Working Title (feat. Chuck Ragan)
  4. What About You?
  5. Refrain
  6. Still Here
  7. The Markings
  8. Hold
  9. Mercy
  10. No Way
  11. Never Alone
  12. The Fall
  13. Down

 

Nathan Gray als Headliner auf der End Hits Records Tour mit Matze Rossi, Swain und Norbert Buchmacher

14.02. DE – Berlin @ Columbia Theater
15.02. DE – Münster @ Sputnikhalle
16.02. DE – Köln @ Kantine
17.02. DE – Frankfurt @ Batschkapp
18.02. DE – Hamburg @ Gruenspan
19.02. DE – Leipzig @ Conne Island
20.02. DE – Nürnberg @ Hirsch
21.02. AT – Wien @ Szene
22.02. DE – München @ Backstage
23.02. CH – Zürich @ Papiersaal
24.02. DE – Stuttgart @ Wizemann
25.02. DE – Saarbrücken @ Garage

 

 

 

Nathan Gray - Working Title (End Hits Records, 31.01.2020)
4.5Gesamtwertung