Nathan Gray ist nicht „Everybody’s Darling“. Er ist nicht der smarte Frontmann irgendeiner Band, der jetzt mit seiner Akustikgitarre und Songs über Herzen und Knutschen die Mädchen begeistern will. Sondern er ist ein Mensch der die Fans seiner Hauptband Boysetsfire auch gerne mal mit seiner Meinung, seiner Lebenseinstellung und vielen vielen Posts bei Facebook auf die Probe stellt. Andererseits ist er niemand der jedem nach dem Mund redet, nur um nicht anzuecken. Nathan Gray ist ist auf jeden Fall der Frontmann einer Band, die zu meinen Lieblingen gehört und ein mehr als interessanter Interviewpartner.

Neben seinen anderen Bandprojekten habe ich ihn zuletzt mit dem „Nathan Gray Collective“ in Hamburg live gesehen. Gothicangehauchter, düsterer Songwritersound war das. Und auf dem ersten lupenreinen Soloalbum Feral Hymns finden wir auch alte Bekannte vom besagten Projektalbum wieder. „Damascus“ ist so ein Kanditat. Aber statt Klavier, finden wir hier eine Streicherversion meines Lieblingssongs vom Collective.

Schon vor ein paar Wochen haben wir mit „Echoes“ einen Vorgeschmack auf das bekommen, was uns hier in 12 Songs erwartet. Eindringlicher Songwritersound mit dieser Stimme, die in den Hardcore genau so großartig passt wie auf diese intensive Platte. Man kann ja sagen was man will, aber Nathan Gray hat einfach was zu sagen.

 

 

Songs wie „Alone“ fangen einen mit Streichern und unaufgeregter Akustikgitarre ein, damit die Stimme von Nathan Gray im Mittelpunkt stehen kann. Doch auch bei einer verzerrten Gitarre wie in „As the Waves Crash Down“, bei dem Politik und Pathos so gekonnt kombiniert werden, schafft es Gray die ganze Brisanz seines Anliegens allein mit seiner Stimme so straight zum Hörer zu transportieren. Irgendwo zwischen väterlichem Freund, der immer einen schlauen Kalenderspruch auf Lager hat und Rockstar. Der Rockstar tritt hier aber deutlich in den Hintergrund und lässt einen Menschen zum Greifen nah sein, der selbst im Leben immer wieder hin- und hergerissen war, aber mittlerweile angekommen ist. Angekommen da, wo man auch ein Soloalbum aufnehmen kann, ohne dabei in Klischees zu verfallen und abgegriffen zu klingen.

Hier hat jemand was zu sagen und ist nebenbei eine meiner Lieblingsstimmen im Hardcore. Von meiner Seite ein dicker Daumen hoch. Der eine oder andere Song ist jetzt schon in meine Playlists gewandert. Danke Nathan!

 

 

 

 

  1. As the Waves Crash Down
  2. Echoes
  3. Walk
  4. Burn Away
  5. Wayward Ghosts
  6. Light & Love
  7. Alone
  8. Quixote’s Last Ride
  9. Across Five Years
  10. Ebbing of the Tide
  11. Damascus
  12. Blue Hearts & Shades of Grey

 

Hier könnt ihr Nathan Gray live erleben (wenn ihr denn schon Karten habt):
03.02.18 Köln – Jungle Club AUSVERKAUFT
04.02.18 Hannover – Faust AUSVERKAUFT
05.02.18 Münster – Pension Schmidt AUSVERKAUFT
06.02.18 Berlin – Baumhausbar AUSVERKAUFT
07.02.18 Jena – Rosenkeller AUSVERKAUFT
08.02.18 Nürnberg – Club Stereo AUSVERKAUFT
09.02.18 Wien – Rhiz AUSVERKAUFT
10.02.18 München – Heppel & Ettlich AUSVERKAUFT
11.02.18 Karlsruhe – Cafe Nun AUSVERKAUFT
Präsentiert von Visions, Fuze, More Core, Heartcore Mag

 

 

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Nathan Gray - Feral Hymns (End Hits Records, 19.01.2018)
4.6Gesamtwertung