Die siebte Veröffentlichung von Muse ist nun seit gut einer Woche auf dem Markt, in sämtlichen europäischen Charts (Großbritannien Platz 1, Deutschland Platz 3) wie eine Bombe eingeschlagen und erhöht wahrscheinlich die Anzahl der bereits weltweit mehr als 17 Millionen verkauften Album um ein gediegenes Maß!

Mit „Drones“ haben die Drei sympathischen Briten aus dem beschaulichen Devon eine Art Konzeptalbum erschaffen, welches uns laut Sänger Bellamy zu den Ursprüngen der Band zurückbringen soll. In Vancouver aufgenommen und gemeinsam von Mutt Lange produziert, der sich normalerweise für Produktionen von AC/DC oder Def Leppard verantwortlich fühlt, haben Matt, Chris und Dominic ein Werk hervorgebracht, dass an die Anfangsphase der Band anknüpfen und Alben wie „Showbiz“ oder „Absolution“ neu beleben bzw. in Erinnerung bringen soll.

Auch wenn die letzen beiden Veröffentlichungen (das 2009er „The Resistance“ und „The 2nd Law“ aus 2012) mit Abstand die erfolgreichsten waren, so ging Mitte der 2000er die Vorliebe für den Rock immer mehr verloren und Muse wurden immer psychodelischer, elektroniklastiger und experimentierfreudiger…böse Zungen behaupteten gar, das die neuen Sachen viel zu frickelig und abgedreht waren.

Ob „Drones“, welches zwölf Songs mit den unterschiedlichsten Facetten in sich trägt, diese Umkehr geschafft hat? Klar, auf jeden Fall…oder zumindest in weiten Teilen!

Das Album erzählt Geschichten…über Antihelden, Hoffnungslosigkeit, Verlust und die Gleichschaltung und Manipulation der heutigen Menschen. Aber „Drones“ ist gleichzeitig ein Aufruf…zur Revolte, zur Abkehr und Lossagung von den Unterdrückern der heutigen Gesellschaft!

Ist der Opener „Dead Inside“ noch sanft und seicht, so knallt einem zu Beginn von „Psycho“ direkt einer dieser typischen (alten) Muse Gitarren-Riffs entgegen, der sie zu einer der interessantesten britischen Rockband der letzten Dekade gemacht hatte!
Spätestens „Mercy“ packt einen dann komplett und man ist wieder in dieser „The Resistance“ Stimmung, dieses Gefühl gefangen zu sein und unbedingt zuhören bzw. die Synthie-Sounds in sich aufsaugen zu müssen!
Und in dem Moment als die ersten Töne von „Reapers“ mich an das gute alte „Muscle Museum“ erinnern (meinen eigentlichen Lieblingssong), da hatten die Drei mich sowieso gepackt…die einsetzenden Rockgitarren waren da noch ein willkommenes Beiwerk!
Das liebliche „Aftermath” bringt die notwendige Entspannung, bevor „The Globalist“ (hier sind die musikalischen Parallelen zu „The Resistance“ wieder unverkennbar) einen textlich daran erinnert, dass die Menschlichkeit ein aussterbendes Phänomen zu sein scheint und die „Drones“ aus dem Abschlusssong die Geister sind, die man rief und irgendwann nicht mehr los werden wird!

Das neue Album ist für mich ein gelungenes Beispiel dafür, dass man musikalisch gerne auch mal einen Schritt zurück gehen darf, ohne gleich Substanz und Frische zu verlieren…Fans der alten Scheiben werden ebenso begeistert sein, wie solche, die die Band erst Mitte des letzten Jahrzehnts kennengelernt haben!

Wie gerne würde ich die Jungs mal wieder live auf der Bühne sehen. Das kann ich jedem nur empfehlen…ohne übertreiben zu wollen halte ich Muse für eine der besten Livebands ever!

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Tracklist:
1. Dead Inside
2. [Drill Sergeant]
3. Psycho
4. Mercy
5. Reapers
6. The Handler
7. [JFK]
8. Defector
9. Revolt
10. Aftermath
11. The Globalist
12. Drones

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Muse - Drones (Warner Music, 05.06.2015)
4.9Gesamtwertung