Mumford and Sons

Mumford and Sons – Sigh No More (Island Records, 2009)

Mittwoch! Bergfest! Classics!

Nach dem ich am 13.Mai in Hamburg auf einem wahnsinnigen, unglaublich schönen, kaum in Worte zu fassenden Konzert war, fiel es mir eigentlich ganz leicht eine Platte für die Classics auszuwählen.

Marcus Mumford und seine Band begleiten mich schon eine ganze Weile, seit wann genau kann ich gar nicht mehr sagen, aber ich glaube das war irgendwann so 2010 – aber mehr so unbewusst und daher eher weniger wichtig.
Im September 2012 war ich dann das erste Mal in Cuxhaven und hab ein paar echt nette, herzliche Menschen getroffen und kennengelernt. Auf einmal wurden Mumford and Sons mir wichtiger, als ich es je geahnt hätte. Da oben an der Küste haben die halt voll guten Geschmack was Musik angeht und zelebrierten und philosophierten unter anderem auch über besagte Gruppe. Nach einigen Korn & Sprite ging es irgendwann 4 Uhr morgens nach ‘ner richtig guten Fete noch ‘nen Döner essen und während dessen wurde auch über das anstehende Mumford & Sons Album „Babel“ gesprochen, welches noch im selben Monat erscheinen sollte.

Als ich dann direkt im Anschluss schon wieder im Zug Richtung Heimat saß, lief „Sigh No More“ auf meinem Telefon rauf und runter (so oft wie es eben bei 5h Zugfahrt rauf und runter laufen kann).

Zu dieser Zeit war ich in meiner ersten Ausbildung, die leider mehr Tiefen als Höhen hatte, todunglücklich in meinem 24qm ‘großen’ Kämmerchen in einer Stadt die ich nicht mochte, mit Menschen, die nicht schlimmer vom Umgang her hätten sein können.

Jedes Mal, wenn es mich also mal wieder überkam und alles richtig blöd war, lief “Sigh No More”. Am meisten gefesselt hat mich dabei „Little Lion Man“, wahrscheinlich aber auch einfach deswegen, weil es der fetzigste Song und die beste Auskopplung aus dem ganzen Album war.
Als dieses Lied auf dem Konzert dann sogar als erstes gespielt wurde, wusste ich nicht, ob ich mich freuen oder enttäuscht sein soll. Wie kann man denn sein Ass direkt am Anfang ausspielen?
https://www.youtube.com/watch?v=5HHnDEnsdno

In jedem Lied steckt so viel Emotion, eine Geschichte und Gefühle die jeder, der ein Herz hat, schon irgendwie mal gefühlt hat.

„Awake My Soul“ hat besonders eine Stelle, die mich immer wieder aufs Neue fesselt und mir Gänsehaut beschert.

In these bodies we will live, in these bodies we will die
Where you invest your love, you invest your life

Das ist so eine Stelle über die jeder mal nachdenken sollte, der nichts mit sich, seinem Leben oder seinen Gefühlen anzufangen weiß.

Im Groben und Ganzen geht es so ziemlich fast immer um Liebe, das Leben und um sich selbst. Gib dich selbst nicht auf, kämpfe, liebe, lebe. Kitschig aber trotzdem schön. Auch innerliche Konflikte werden schön thematisiert, wie in „Winter Winds“, und sind somit auch optimal für Herzschmerz oder so.

And my head told my heart “Let love grow”
But my heart told my head
“This time no” “This time no”

Wie oft summe ich diesen Text heute noch vor mir her… und denke mir dann „Recht ham‘se! Mit allem!“

Und spätestens seit dem bereits erwähnten Konzert bin ich den Leuten aus Cuxhaven noch ein kleines Stück dankbarer mir solch gute Musik ans Herz gelegt zu haben. So viel Energie und Herz in seine Arbeit zu stecken, das ist schon was Starkes, denn durch den unverwechselbaren Sound aus Country, Folk und Rootsrock bleibt die Musik für mich auf jeden Fall einzigartig und vor allem im Kopf.

Wer sich also mal entspannen will und seinen Gefühlen freien Lauf lassen will, der hört sich mal die Scheibe an. Oder am besten alle drei.
Denn nach „Sigh No More“ (2009) kamen auch noch „Babel“ (2012) und „Wilder Mind“ (2015).

Tracklist:

  1. Sigh No More
  2. The Cave
  3. Winter Winds
  4. Roll Away Your Stone
  5. White Blank Page
  6. I Gave You All
  7. Little Lion Man
  8. Timshel
  9. Thistle & Weeds
  10. Awake My Soul
  11. Dust Bowl Dance
  12. After the Storm
  13. Hold On to What You Believe (Bonus Track)

Übrigens live sehr zu empfehlen! Dieses Jahr sogar noch zwei Mal in Deutschland!
24-26th: Hurricane Festival Scheessel, Germany
24-26th: Southside Neuhausen ob Eck, Germany

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