Die Italiener MoRkObOt fahren mal eine krasse Schiene! Das lassen ja schon Bandname, Musikerpseudonyme, und Artwork vermuten. Aber nun zum Inhalt: Zwei durch zahlreiche Effektgeräte gejagte Bässe, ein Schlagzeug, kein Gesang und keine Gitarren – dafür wahrscheinlich ein latenter Sprung in der Schüssel.

Was dieses Trio an den Tag legt, ist an Massivität kaum zu überbieten. Die Musik ist sehr heavy – von mir aus auch metallisch – und zugleich auch genauso verspielt. „MoRbO“ ist bereits das fünfte reguläre Studioalbum, auf dem man sich ungehemmt austobt.

Irgendwie wirkt es auch wie eine 37-minütige Jamsession. Aber das sieht die Band wohl ganz anders. Denn wenn man genauer hinhört, bekommt man doch instrumentale Songs (ich weiß, dieser Widerspruch…) zu hören. Diese verfolgen zwar keine bekannten Regeln, haben aber jeder für sich einen eigenen Charakter. Das kann mal nach Melvins oder Beehoover klingen, nach extremen Progmetal oder schon regelrecht thrashig – oder psychedelisch-postrockig, wie beim überlangen Abschlussstück.

Es ist anstrengend, aber auch ziemlich cool, wenn das Schlagzeug aufgeregt durch die Stücke wirbelt, man mit schrägen Taktverschiebungen jongliert und die beiden Herren an ihren Bässen ihren Radau zwischen Metal und Noise veranstalten. Die Spieltechnik zwischen traditionellem Riffing, dem generieren von hypnotischen Klangflächen und absolutem Wahnwitz ist ziemlich interessant, oft auch mitreißend, aber nichts für harmoniebedürftige Musikhörer. Denn dafür sind MoRkObOt einfach zu weit draußen. Stellenweise ist das Ganze mehr Soundforschung als alles andere.

Wer mal wieder etwas Kreatives abseits der allzu durchgetretenen Metalpfade sucht, das experimentell klingt und dann doch wieder groovt wie Sau, könnte hier fündig werden!

morkobot-gorgo

Trackliste:
1. Gorokta
2. Ogrog
3. Kromot
4. Krogor
5. Gorog
6. Kogromot
7. Kologora

MoRkObOt - GoRgO (Supernatural Cat, 16.09.2016)
3.7Gesamtwertung