Die Monsters of Liedermaching (oder kurz Monsters) sind Totte Kühn, Rüdiger Bierhorst, Jens Burger, Peer Jensen, Jan Labinski und Frederik Timm und ich hätte nicht gedacht, dass man zu dieser Truppe eine Rezi schreiben kann. „Musste live sehen!“ war so immer mein Gedanke. Was wolltest du auch groß zu Songs wie „Gewalt“ oder „Tod in der Nordsee“ schreiben? Eine sozialwissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Texten fällt genauso ins Wasser wie eine Analyse der ausgefeilten Gitarrentechniken.

Schon viele Jahre begleiten mich sowohl die Monsters, wie auch die eine oder andere Sache die das eine oder andere Monster sonst so macht. Als gebürtiger Südniedersachse habe natürlich auch ich schon in Einbeck zu den Schröders gesoffen und was man da sonst so macht. Vor Jahren beim Deichbrand fand ich den Monsters-Abriss im Zelt als letzten Auftritt des Festivals sogar das Highlight des Wochenendes. Und jetzt ein Studioalbum. Verrückt! Das ja wie Pamela Anderson bei Netto an der Ecke. Also strange, aber irgendwie auch ganz cool.

 

 

Dass die Monsters hier mal eben nicht mit einem 10-Song -lbum um die Ecke kommen, war eh klar. Aber die Herren hauen hier mal eben 19 Songs auf die Rille und da erwartet uns neben einer Hymne auf „Photoshop“ und die damit verbundenen Möglichkeiten der zügigen Verschönerung, Songs über Helden, die sich durch das Auffinden von verlorenen Socken markant aus der Masse abheben. Oder aber ein Song über die eigene „To Do Liste“ (wer hat denn aber bitte einen Bremerhavenbesuch auf der Liste!?) und eine augenzwinkernde Kritik an die „Früher warst du eh geiler“-Fans. Egal welches heiße Thema hier angefasst wird, die Monsters zerpflücken es gewohnt lässig mit einem Humor der zwischen Teeniewitzen über Brüste und dem Pissfleck eines besoffenen Konzertbesucherassis pendelt. Und das ist in diesem Fall positiv gemeint!  Wer auf Konzerte der Monsters geht und wer sich dieses Album anhört, möchte gut unterhalten werden, lachen, trinken, mitsingen und Spaß haben.

Dass die Herren alle ihr Songwriterhandwerk verstehen, weiß man sowieso. Bei den Monsters machen Freunde miteinander Musik die ihnen und vielen anderen Spaß macht. Nicht mehr und nicht weniger. Und das ist auch gut so!

Das eine oder andere Stück Popmusik, wie z.B. „Superman“ hätte man sich dann irgendwie zwar sparen können, aber tut auch keinem weh. Also. Die Monsters machen was sie am Besten können. Und das ist Spaß!

 

 

  1. Scheiß CD
  2. Straßenschwimmer von Venedig
  3. To Do Liste
  4. Socken
  5. Das Schaf
  6. Feuerwehrleute
  7. Ich Sonnenschein
  8. Auftragskiller für die Mafia
  9. Nur mit dir
  10. Photoshop
  11. Schlauwalzer
  12. Dein Fels
  13. Sag mir doch
  14. Kleine Lilly
  15. Katze und Hund
  16. Mein Hund
  17. Superman
  18. Institut
  19. Morgenstern
Monsters of Liedermaching - Für Alle (OMN Label Services, 15.09.2017)
3.8Gesamtwertung