Mono – Oath (Pelagic Records, 14.06.2024)

25 Jahre gibt es die japanische Postrock-Institution Mono jetzt schon. Um dieses Jubiläum macht das Quartett allerdings keine große Aufregung. Man veröffentlicht einfach ein neues Studioalbum, wie sonst auch. Dabei macht es die Tatsache, dass es das letzte gemeinsame mit dem erst im Mai verstorbenen Toningenieur Steve Albini ist, zu etwas besonderen.

Als hätte man es gewusst, bereitet man ihm einen besonders harmonischen Abschied. Gerade das eröffnende Triptychon aus „Us, Then“, „Oath“ und „Then, Us“ ist an Schönheit kaum zu überbieten. Wie man es hier schafft sanftmütige Klangflächen mit kleinen, feinen Melodien in ein dynamisches Songkonstrukt zu pressen, ist stets beeindruckend und etwas, was Mono über die Jahre zur Perfektion gebracht haben.

Dagegen verblasst der Rest fast gegen die ersten Momente, wobei es noch Musik weitere Musik auf dem Album zu hören gibt. „Oath“ ist sogar ein ziemlich langes Album geworden. Rund 71 Minuten lang umspülen einen Mono mit ihren feinen Tönen. Dabei bekommt man es auch in den verbleibenden acht weiteren Stücken nur wenig mit harschen Tönen zu tun. Man meint geradezu, Mono möchten den Hörer dieses Mal besonders mit ihrem Feingefühl umgarnen und man braucht sich nicht wundern, wenn Pianotöne, Bläser und die allgegenwärtigen Streicher die Bühne auch mal komplett für sich beanspruchen oder als ordnendes Element auftreten, sollte sich die Band doch ihrem Getöse hingeben („Hear The Wind Sing“).

Die Klangfülle ist im Vergleich zum basischer und rauer wirkenden Vorgänger „Pilgrimage Of The Soul“ enorm, führt aber auch dazu, dass man in leicht Gleichförmigkeit verfällt oder sich stellenweise etwas zu sehr dem Kitsch annähert und sich man zwischendurch doch etwas einem gewissen Aufschrei wünscht. So kann man sich dem Gefühl nicht ganz erwehren, dass „Oath“ stellenweise etwas durchhängt.

Nichtsdestotrotz reißen Mono zum Ende hin aber wieder richtig führen ihr quasi Jubiläumsalbum zu einem Ende, welches eine mit einem positiven Gefühl zurücklässt. Also, trotzdem: immer noch eine Klasse für sich.

 

Trackliste:
1. Us, Then
2. Oath
3. Then, Us
4. Run On
5. Reflection
6. Hear The Wind Sing
7. Hourglass
8. Moonlight Drawing
9. Holy Winter
10. We All Shine On
11. Time Goes By

 

4.2