Wenn man sich den Promozettel zum Album „Collapse“ von Minatox69 durchliest, ist hier viel die Rede von kritischen Texten über Rassismus, Kriegstreiberei, achtlose Umweltverschmutzung oder dem Wahnsinn der sozialen Interaktion der heutigen Zeit. Eine Menge Wut, die hier herausgelassen wird. Die in Venetien beheimatete Band steht moralisch sicher auf der richtigen Seite.

Was im Geschriebenen aber etwas zu kurz kommt, ist die Musik an sich. Und genau den Eindruck hat man auch, wenn man sich die zehn Titel der rund 35-minütigen Platte anhört. Ein mitreißendes, heiß vor Leidenschaft brodelndes Feuer ist zweifelsohne da. Aber irgendwie schaffen es Minatox69 leider nicht das in packende und schlüssige Songs zu verpacken. Gespielt wird hier harter, groovender Metal, der nicht selten an Pantera zur „Great Southern Trendkill“-Zeit erinnert. Ein bisschen Machine Head hier, ein bisschen Slipknot da. Metalcore-mäßig gesetzte Breakdowns werden auch gerne genommen. Dazwischen ein paar lässige rockige Einwürfen in den betont coolen Refrains und fertig ist das Ganze.

Man kann sich aber nicht so recht dem Eindruck erwehren, man hätte die einzelnen für sich ganz lässigen Parts einfach irgendwie in euphorisierter Schnellschuss-Manier zusammengesetzt. Oftmals auch noch recht holprig. Oder wurde das latente Chaos ganz bewusst gestreut? So sicher kann man sich nicht sein und immer wieder blitzen dann doch okaye Nummern wie „Cupidity“ oder „Next Enemy“ durch. Das allerdings viel zu selten.

Schade, hier wäre sicher mehr drin gewesen.

 

Trackliste:
1. Can’t Believe
2. Nothing New Under The Sun
3. Collapse
4. Frozen Blood
5. Wht?!#
6. Guilty
7. Next Enemy
8. Plastic Apocalypse
9. Cupidity
10. Cyrus

 

Minatox69 - Collapse (Mad4Music, 12.06.2020)
2.5Gesamtwertung