Metallica sind ja schon lange im Mainstream angekommen. Das ist nicht erst jetzt klar. Nun finden sie sich aber in einer Reihe mit Gruppen wie Pink Floyd und Led Zeppelin wieder. Warum? Weil es ihre Alben jetzt dann auch remastert mit mit viel Klimbin angereichert neu zu erwerben gibt.

Den Anfang macht das knackige, ungestüme Debüt „Kill ‘Em All“ und der schon etwas geschickere Nachfolger „Ride The Lightning“. Dass beide Platten zum Weltkulturerbe des Heavy Metal gehöen, ist natürlich klar. Wer mehr davon möchte kann sich ein großes Rahmenprogramm dazu ins Haus holen. Denn neben einfachen Re-Releases als CD und Vinyl gibt es auch große Boxen zu kaufen, bei denen richtig geklotzt wird. „Kill ‘Em All“ enthält 4 Vinyl, 5 CDs, eine DVD, ein Hardcover-Buch voller bis dato nicht veröffentlichter Fotos und einen Patch. „Ride The Lightning“ enthält 4 Vinyl, 6 CDs, eine DVD, ebenso ein Hardcover-Buch voller bis dato nicht veröffentlichter Fotos, ein Minibuch mit handgeschriebenen Lyrics und ein Set aus drei Postern. Dementsprechend schlagen die Boxen auch preislich zu Buche, enthalten aber einige interessante, alte Liveshows.

Zur Rezension lagen uns die beiden Remaster-CDs vor. Und der erste Blick ist erstmal enttäuschend. Boni? Fehlanzeige. Die Kartonverpackung ist wie eine Vinyl-Hülle aufgemacht. Ein Booklet ist enthalten. Dieses hat man aber original von den alten CD-Versionen übernommen. Tja, was bleibt, ist tatsächlich nur der Remaster-Sound.

Glücklicherweise hat man nicht bloß die Lautstärke hochgedreht, sondern man sorgte tatsächlich für ein klareres Klangbild. Das heißt, die einzelnen Instrumente sind besser getrennt, dadurch aber auch etwas kratziger, was dem Vinyl-Sound wahrscheinlich etwas näher kommt. Dadurch hat man speziell bei „Kill ‘Em All“ das Dumpfe etwas zurück gefahren. Dies geht allerdings auf Kosten des warmen Sounds. Gerade im Bassbereich. Zusammenfassend hat man sich hörbar Mühe gegeben. Wirklich gebraucht hätte es das Ganze vielleicht nicht. Gerade zum Flair des Debüts passt der alte Sound wie der Popo auf den Eimer. „Ride The Lightning“ klingt auch heute noch gut.

 

Metallica - Kill Em AllZur Musik selbst muss man glaube ich gar nicht allzu viel mehr sagen. Die Alben sind sattsam bekannt und reißen auch heute noch ziemlich mit, auch wenn man sagen muss, dass gerade am Debüt schon etwas der Zahn der Zeit genagt hat. Aber ein Meilenstein der aufkeimenden Thrash-Szene bleibt es mit Nummern wie dem rasanten Opener „Hit the lights“, dem fast punkigen „Motorbreath“, dem von Dave Mustaine ursprünglich geschriebenen, erweiterten „The Four Horseman“, dem Prügler „Whiplash“ oder eben dem All-Time-Classic „Seek & Destroy“ trotzdem. „Kill ‘Em All“ gefällt mit seinem ungestümen Flair.

 

Trackliste “Kill ‚EmAll”:
1. Hit the Lights
2. The Four Horsemen
3. Motorbreath
4. Jump in the Fire
5. (Anesthesia) Pulling Teeth
6. Whiplash
7. Phantom Lord
8. No Remorse
9. Seek & Destroy
10. Metal Militia

 

Metallica - Ride The LightningEin Jahr später gingen Metallica allerdings schon etwas geschickter und abwechslungsreicher zu Werke, auch ohne die Power zu verlieren. Das macht „Ride The Lightning“ nach wie vor faszinierend. Eine erste Powerballade namens „Fade To Black“ steht so ganz natürlich eben einem unbarmherzigen Prügler wie „Fight Fire With Fire“. Andere Highlights hören auf den Namen „Creeping Death“, „For Whom The Bell Tolls“ oder „The Call of Ktulu”, dem ersten epischen Instrumental der Band, der damals noch der äußerst talentierte Bassist Cliff Burton angehörte.

 

Trackliste „Ride The Lightning“:
1. Fight Fire with Fire
2. Ride the Lightning
3. For Whom the Bell Tolls
4. Fade to Black
5. Trapped Under Ice
6. Escape
7. Creeping Death
8. The Call of Ktulu