Frisch aus Nashville abgehauen, hat sich die Songwriterin Meiko das kalte Norddeutschland als Lebensmittelpunkt für Familie und Musik gesucht. Ob das so gut für das so süße Songwriterherz ist? Ist es!

Die Aufnahmen auf „In Your Dreams“ sind zwar noch auf der anderen Seite vom Teich eingespielt worden, sprechen aber schon eine erwachsene Sprache zwischen Aufbruch und Ankommen. Man weiß nicht genau, ob die 12 Jahre Erfahrung in der Musik, die Erfahrungen als Mutter oder andere Faktoren mitgemischt haben, aber dieses Album ist weit weg von einem der vielen Songwriteralben, die im Einheitsbrei der Karohemden und traurigen Gesichtern untergehen.

Hört man bei „Gimme Gimme“ locker vom Hocker Indie-Pop, gibt das Album mit diesen akustischen Instrumenten, den sparsam eingesetzten elektronischen Elementen und vor allem der großartigen Stimme von Meiko einiges mehr. Nämlich Songs die irgendwo zwischen Pop und Indie ansetzen, diese Schubladen aber am Ende völlig egal sein lassen.

 

 

In 9 Songs gibt es hier, um den dieses Mal absolut treffenden Promotext zu zitieren, eine wunderbar „federleichte“ Art von Produktion, die ich mir viel öfter wünschen würde. Im deutschen Indie-Pop der sich so in Radios, Charts usw. tummelt, gibt es in der Regel eine gute Basis, die am Ende total überproduziert im belanglosen Einheitsbrei endet. Hier ist das nicht so. Da hat Produzent Justin Glasco ganze Arbeit geleistet und das Beste aus dem wunderbaren Grundgerüst rausgeholt. Er hat ihr nämlich ihre spezielle Note gelassen und die hört man in jedem Song.

Wer auf guten Songwriter-IndiePop steht, sollte hier definitiv mehr als ein Ohr riskieren. Am 21.06.2019 kommt das schöne Scheibchen dann auch physisch und wird definitiv in meine Plattensammlung wandern.

 

 

  1. She knows
  2. Gimme Gimme
  3. My Brain is a Computer
  4. Roses
  5. Name that tune
  6. Getaway
  7. More
  8. I’m ok
  9. Stop. Be Happy.

 

Foto: Rebecca Ward

 

Meiko - In Your Dreams (popup-records, 25.05.2019)
4.3Gesamtwertung