Nach dem Solo-Album von Frontmann Paul Smith in 2015 und dem letzten offiziellen Maxïmo Park Album „Too Much Information“ erscheint nun demnächst das bereits sechste Album der Newcastle-Boys.

Schon nach dem ersten Durchgang fällt mir auf, dass die Jungs mittlerweile – ganz im Gegensatz zu solch rockigen und imposanten Alben wie „Our Earthly Pleasures“, auf welchem der Hit „Books from Boxes“ zu finden war – eher ruhigere Töne anstimmen als noch vor gut zehn Jahren.

Mögen sie auf der einen Seite  – dank der mittlerweile schon vierzehnjährigen Bandgeschichte – gewachsen und eine feste Größe ich der britischen Indie-Rock-Gemeinde sein, so kann man ihnen auf der anderen Seite bescheinigen, dass sie die dramatischen Entwicklungen um uns herum in sanfte Texte und Töne umwandeln, um damit vielleicht die aktuelle Panik in ruhigere Bahnen zu leiten.

Inhaltlich rechnet Smith eindrucksvoll und unsensibel mit der britischen Gesellschaft ab und fühlt den Mächtigen und sogenannten „Volksvertretern“ auf seine gesanglich ansprechende Art kritisch auf den Zahn… immer begleitet von lieblichen und sehr groovigen Sounds.

Schaut man sich direkt den Opener „What Did We Do To You To Deserve This?“ oder auch „What Equals Love?“ an, dann erinnert mich der Sound stellenweise sogar an die 80iger… von Disco-Beat über Synthies ist hier genau wie bei „The Hero“ für jeden etwas dabei!

Im Gegensatz dazu wird es bei „Get High (No, I Don`t)“ sogar richtig rockige und es wirkt beinahe so, als wären Maxïmo Park in letzter Zeit mit den schwedischen Jungs von Royal Republic unterwegs gewesen.

Der Titelsong „Risk To Exist“ geht locker flockig an mir vorbei… recht unauffällig, aber keineswegs schlecht – auffallend sind insgesamt die gehäuften Elektro- bzw. Disco-Sounds, die mir persönlich, wie zum Beispiel bei „I`ll Be Around“, zwar nicht immer gefallen, aber scheinbar zur Weiterentwicklung der Band gehören.

The Reason I Am Here“ besänftigt mich dann dank der Gitarren wieder… aber auch hier erkennt man eine gewisse Vorliebe für die 80iger! Und auch wenn das Parlament in das Gesicht aller Briten lacht, so ist „Make What You Can“ viel zu ernst, als dass man sich hier zu sehr darauf verlässt, was „die da oben“ so verzapfen!

Gehörten Maxïmo Park damals mit Bands wie Bloc Party, Franz Ferdinand, The Libertines, Arctic Monkeys oder auch den Kaiser Chiefs zu der sogenannten „Class of 2005“, so ist von der Indie-Rock-Welle nicht mehr wirklich viel übrig geblieben. Ist bei den meisten der Zenit schon überschritten oder das Licht mittlerweile lange ausgegangen, so sind Maxïmo Park 2017 mit „Risk To Exist“ aber immer noch im Ring… und das ist auch gut so!

Mir haben die Jungs schon immer gefallen, deshalb würde ich mir das Album kaufen… auch wenn früher doch ein wenig mehr „Lametta“ war 😉

Ach so, noch kurz am Rande: Gesanglich unterstützt wurden die Newcastle-Boys bei fünf Songs von der überaus netten Mimi Parker, die normalerweise der Band Low ihre Stimme schenkt.

 

Titel:
1. What Did We Do To You To Deserve This?
2. Get High (No, I Don’t)
3. What Equals Love?
4. Risk to Exist
5. I’ll Be Around
6. Work And Then Wait
7. The Hero
8. The Reason I Am Here
9. Make What You Can
10. Respond To The Feeling
11. Alchemy

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Maxïmo Park – Risk To Exist (Cooking Vinyl/Sony, 21.04.2017)
4.4Gesamtwertung