Da haben wir es endlich mal wieder! Du bekommst eine CD von einer Band zur Besprechung zugeschickt und diese Band sagt dir und deinen Freunden gar nichts. Dann hörst du dir die ersten Akkorde, das Intro, den ersten Gesang an und bist völlig begeistert. Bei mir kommt dann immer so ein warmes Gefühl im Magen und ich werde euphorisch wie ein 15jähriger beim ersten Date. Das ist bei den Musiknerds wohl so.

Matthies sind so eine Band und das Debutalbum „Wachmaschinen“ ist so eine CD.

Schon die ersten Akkorde erinnern mich total an „alten Jupiter Jones“. Und auch im weiteren Verlauf ändert sich dieser Eindruck nicht. Vielleicht ein bisschen weniger Punk. An den Texten kann man auch noch ein wenig optimieren, weil man ab und zu den Eindruck von „das muss sich halt reimen“ hat, aber das sind eher die Ausnahmen.

In ihren Songs geht es druckvoll zu. Dabei aber nachdenklich. Nie zu wütend, aber immer mit Faust in der Tasche. An einigen Stellen wird es dann plötzlich wieder sehr Punk. Der Gesang in „Was heute hier noch zählt“ erinnert mich z.B. an die großartigen Frau Potz, bzw. Adam Angst.

Wem also Jupiter Jones am Ende genauso auf die Nerven gingen wie mir und wer aber ältere Sachen liebt, sollte hier unbedingt ein Ohr riskieren. Punk trifft auf Indierock trifft auf ambitionierte Newcomer. Und am Ende kommt ein neuer Fan dabei raus. Nämlich ich. Prost.

 

Hier kann man sich die ganze Scheibe übrigens bei Bandcamp anhören und bei Bedarf kaufen. Oder direkt die CD ordern.

 

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Tracklist:

 

  1. Allgemeinverein
  2. Ehrensache
  3. Wahlabend
  4. 23:45 Uhr, Dienstagnacht
  5. Zersplittert
  6. Dennis Rodman sitzt im Fahrstuhl
  7. Was heute hier noch zählt
  8. Die Sache mit dem Kuchen
  9. Von allen Träumen dieser Welt

 

 

http://www.matthiesband.de/

 

Matthies - Wachmaschinen (DIY, 22.05.2015)
4.0Gesamtwertung