Memphis, ja okay… aber Dortmund?

Normalerweise erwartet man in der Ruhrpott-Metropole alles andere als die Wiege des Blues-Rock. Aber seit geraumer Zeit sorgen drei junge Männer dafür, dass die Stadt neben den Erfolgen mit dem runden Leder auch anderweitig dauerhaft im Gedächtnis bleibt!

Einer von ihnen hört auf den Namen Marius Tilly und was hätte einem da sonst einfallen können, als seine Band ebenso zu nennen, nämlich die Marius Tilly Band. Mir persönlich bleibt dauerhaft das Bild eines jungen Musikers im Gedächtnis, der damals mit geschätzten zwölf bis vierzehn Jahren, einer Akkustikgitarre und neongrünen Schnürsenkeln auf dem Unneraner Stadtfest stand um seine ersten Songs zu präsentieren.

Um so mehr freue ich mich, etwas mehr als zehn Jahre später, diese Rezension schreiben zu dürfen 😉

Zusammen mit seiner Gitarre, dem Bassisten Benni Oppermann und dem Schlagzeuger Max Wastl scheint ihnen in den letzten Jahren eine ordentliche Portion Glück zugeflogen zu sein!

Wobei, in diesem Zusammenhang sollte man eher von Können sprechen… dem musikalischen Können, welches man benötigt um sich in einem Genre festzusetzen, dass normalerweise von den Bluesgrößen aus Memphis und Umgebung dominiert wird. Eine entsprechende Anerkennung ihrer bisherigen Leistung – also quasi ihren Ritterschlag – haben die Drei bereits erhalten, indem sie Ende letzten Jahres als deutscher Beitrag des German Blues Networks zu den International Blues Challenge in Memphis reisen durften und dort für Aufmerksamkeit sorgten. Kurz darauf wurden sie sogar zur besten Newcomer Band Deutschlands beim Global Battle of the Bands gewählt!

Ursprung hierfür war der entstandene Kontakt zu dem von der Band begeisterten Frank Bornemann, dem Begründer des Horus Sound Studios (Die Happy, Helloween, Scorpions, Revolverheld, Guano Apes), und zum Produzenten Helge Preuß. So ging es gemeinsam an die Arbeit des zweiten Longplayers „Come Together“, welcher nahtlos an die Erfolge des Debütalbums „Blues Colors Red Lights“ anknüpfen und die Marius Tilly Band ihrem Ziel, eine feste Größe in der nationalen Bluesszene zu werden, näher bringen sollte.

Dabei herausgekommen sind elf Songs mit interessanten und bluesigen Gitarrenriffs, einem treibenden und Druck gebendem Schlagzeug und der Stimme von Marius, welche begleitet wird von den beiden Backing Vocals Benjamin und Maximilian, die stellenweise an den Blues-Rock der 60iger bzw. 70iger erinnert… besonders auffallend ist der eigene Stil, der sie von anderen Bands unterscheidet!

Inhaltlich beschäftigt sich „Come Together“ mit Themen wie Liebe, Freundschaft und Einsamkeit… aber auch der Wandel der heutigen Generation und der Umgang miteinander. Doch bevor man den Jungs noch vorwirft, dass sie alles zu Schwarz malen… nein, ganz im Gegenteil, „Come Together“ kann man auch als Appell bzw. als Aufruf sehen, sich selbst und andere zur Veränderung zu motivieren. Mit dem letzen Song „Far Away“, welcher einer meiner persönlichen Favoriten ist, findet das Album einen gelungenen Abschluss. Insgesamt eine sehr schöne, stimmige Scheibe – die mich noch bei der einen oder anderen Autofahrt (leider nicht auf dem sonnigen Highway sondern im verregneten Cuxhaven) begleiten wird 🙂

Das Album kann ich jedem empfehlen, der sich für Blues-Rock interessiert… egal ob man auf die älteren, ursprünglichen Sache steht, oder sich lieber an moderne Sounds heranwagen mag!

Marius-Tilly-Band_Come-Together

Tracklist:
1. Believe
2. Elevator Girl
3. Hold On
4. Hometones
5. Fly
6. Water Falls
7. Take Off
8. Headaches
9. Sliding
10. Skin’s Electric
11. Far Away

Marius Tilly Band – BANDPAGE

 

Hier geht es zu den Tourdaten

Marius Tilly Band - Come Together (String Commander/MIG Music, 29.05.2015)
4.5Gesamtwertung