Das norddeutsche Brachial-Duo Mantar hat sich durch konstantes Touren zu einer kleinen Underground-Sensation gemausert. Kein Wunder, dass der Branchen-Priums Nuclear Blast da zugeschlagen hat. Aber keine Sorge: Mantar ließen sich nicht verbiegen. Ihr zweites Album „Ode to the Flame“ klingt genauso ungehobelt und übellaunig wie das Debüt vor zwei Jahren.

Noch immer suhlen sich die beiden Herren Klänhardt und Sakarya in einer äußerst ungemütlichen, düsteren Mischung aus Hardcore, Doom, Sludge und Black Metal. Die Melvins treffen hier auf Darkthrone und kotzen sich mächtig aus. Mit Gesang, Schlagzeug, Gitarre und einer Armada an Effektgeräten erzeugen Mantar einen massiven Sound. Musikalisch bewegt man sich dabei zwischen räudiger, angeschwärzter Rock’n’Roll-Kante und doomig schleppender Heavyness.

Das Credo für dieses Album scheint „mehr von allem“ gewesen zu sein. Mehr Metal, mehr Griffigkeit, mehr Angepissheit, mehr Atmosphäre, mehr Wut und überhaupt mehr Spaß. Das Ding rockt. Zwar ist das Songwriting bei einigen Titeln eher rudimentär. Aber das Vorhandensein ein paar regelrechter Hits holt die Kohlen wieder aus dem Keller. Das stampfende „Praise the Plague“ rockt ordentlich, „Schwanenstein“ scheint alles mit heroischer Gewalt niederzuwalzen und „Era Borealis“ mit seinem etwas debilen, aber absolut passenden „death über alles“-Refrain lädt zum Fäusterecken ein.

Der Überraschungseffekt von vor zwei Jahren ist zwar weg. Die Masche der Band und ihr Flair ziehen aber auch beim zweiten Anlauf. Abermals ein schwarzer Monolith in einer Schwemme von aufdringlich hell blinkender Blingbling-Egal-Musik!

Mantar - Ode To The Flame

Trackliste:
1. Carnal Rising
2. Praise the Plague
3. Era Borealis
4. The Hint
5. Born Reversed
6. Oz
7. I, Omen
8. Cross the Cross
9. Schwanenstein
10. Sundowning

Mantar - Ode To The Flame (Nuclear Blast, 15.04.2016)
4.3Gesamtwertung