Die britischen Malloy Knox liefern mit „Wired“ nun das lange erwartete Album und bereits im Vorfeld waren die Erwartungen mit der Single “ Giving It Up“ hochgesteckt. Die hymnische Alternativerocknummer brachte mit einer Prise Verzweifelung und arschtretender Wut einen kleinen Hit und zeigte nur zum Teil das, was uns auf „Wired“ in Albumform erwartet.

Und mit besagter Single startet „Wired“ auch entsprechend gut. Anschließend geht es mit „California“ auch hymnisch weiter. Allerdings überrumpelt sich die Eingängigkeit hier ein wenig selbst und wir haben statt einer losdonnernden Rocknummer, eher die Pop-Punkecke, was aber auch gar nicht weiter stört. Schließlich erwischt „Wired“ im Anschluß genau die goldene Mitte und wird dadurch zu einer melodischen Rocknummer, die zwar keine großen Überraschungen im Gepäck hat, aber durchaus zu gefallen weiß.

Bei „For You“ wird es für mich schon schwieriger einen Anknüpfungspunkt zu finden. Zu belanglos wirken die radiotauglichen Poprockseiten der Briten. Ein Song der nicht stört, aber nach dem ersten Durchgang auch schnell wieder in Vergessenheit gerät.

Zwar zeigt uns „Midnight“ danach keine wirklich abwechslungsreiche Seite und könnte genauso im Radio gespielt werden, aber zumindest haben wir hier wieder ein bisschen mehr laute Gitarre und nicht ganz soviel Langeweile. Und da „Better off without you“ im Anschluß wieder richtig Spaß macht, ist das sowieso schnell verziehen. Denn da haben wir wieder eine dicke Rocknummer, die ich mir genauso auch Ende der 90er vorstellen könnte, was bei  mir durchaus ein Kompliment ist.

„Falling in love“ kostet mich danach Nerven. Nicht weil ich den Song so schlecht finde, sondern weil ich die ganzen 04:54 Minuten auf den krachenden Start des großartig aufgebauten Songwritings warte. Leider warte ich auch nach dem letzten Akkord noch darauf. Schade. Da wär mehr drin gewesen.

Und während ich schon leicht enttäuscht vor dem PC sitze, kommt dann aber mit „Lucky me“ die Nummer, die mich an Bands wie Bush erinnert und damit einige Kohlen wieder aus dem Feuer holt. Dicker Alternativerock, der so schnell nicht langweilig wird und in der Liveversion bestimmt richtig zu begeistern weiß. Mehr davon wär geil gewesen!

Beim folgenden „Saviour“ habe ich dann aber den Eindruck, dass Mallory Know gerne wie die alten Kings of Leon klingen möchten, was ja nicht die schlechteste Idee wäre. Leider schaffen sie es nicht so ganz und wir haben am Ende einen Song der große Pläne hat, aber in der Planung irgendwo stecken bleibt. Der nicht stört, aber auch nicht begeistert.

Power-Ballade ist so ein Begriff, den ich seit den 90ern nicht mehr gehört habe. Und schon da war er nicht gerade positiv besetzt. Das wäre dann mein Beitrag zu „Come Back Around“. Schwamm drüber.

Und als Abschluß gibt es mit „Mother“ noch einen Song, der mich an eine Mischung aus Pop-Punk, Stadionrock und Radiorocksongs erinnert. Um wen es in dem Song geht, dürfte wohl klar sein. Auch das er wenig mit Danzig zu tun hat.

Ingesamt habe ich hier einige Momente bei „Wired“, die mich durchaus begeistern. Gerade die ersten Songs gehen gut rein und sind fett produziert. Allerdings wirkt das Konzept dann am Ende durch Songs wie „For you“ doch zu langweilig und auf das ausgelegt, was man im Radio halt hören möchte. Dabei haben Mallory Knox aber nicht den Wiedererkennungswert, wie etwa Kings of Leon und Co zum Karrierestart. Leider aus vielen guten Ansätzen nicht genug gemacht, um langfristig in Albumlänge im Ohr zu bleiben, was ich wegen der teilweise echt guten Ansätze echt schade finde.

 

  1. Giving it up
  2. California
  3. Wired
  4. For You
  5. Midnight
  6. Better off without you
  7. Falling in Love
  8. Lucky me
  9. Saviour
  10. Come Back Around
  11. Mother
Mallory Knox - Wired (Sony Music, 10.03.2017)
2.8Gesamtwertung