Love Sex Machine – Trve (Pelagic Records, 12.04.2024)

Nein, Love Sex Machine ist keine Schwanzrock-Band auf der Suche nach dem nächsten Stich. Der Bandname ist wohl eher bitterböse gemeint und musikalisch bietet man genau das Gegenteil. Abgründigen, scheußlichen Sludge Metal spielt das Trio aus Lille. Keifender Gesang, bollernder, tiefergelegter, dichter Sound, der wenig Platz zum Atmen lässt.

Die Songs sind stets um die drei Minuten, knackig und auf ihren Kern arrangiert. Und trotz der generellen Verweigerung vermeintlich Überflüssiges wie Intros, Outros oder Refrains bzw. Melodien einzubauen, schwingt doch immer wieder ein bisschen vibrierende, fast schon postrockig Atmosphäre („Test“) mit oder man kann doch nicht ganz der Versuchung widerstehen, den einen oder anderen Titel mit einer kleinen Hook nach oben schwingen zu lassen („Canopy“). Das tut man aber gar nicht so gerne. Eher knallt man den Hörer auch mal eine satte Black-Metal-Breitseite entgegen („Autism Factor“, „Trapped For Life“).

Ja, einfach geliebt werden wollen Love Sex Machine nicht wirklich. Lieber zeigt man dem Hörer feist grinsend die Zähne und kurbelt das Intensitätslevel Stück für Stück weiter nach oben. Unterstützt wurde die Band dabei von Sanford Parker, einem Fachmann dafür wie man solch ungehobelten, explosiven Stoff in Zaum hält und würdig auf Tonträger bannt.

Dass das Endergebnis dabei nicht immer schön klingen muss, sondern authentisch, hört man gut an „Trve“. Mission accomplished, sozusagen.

 

Trackliste:
1. Fucking Snakes
2. Test 26
3. Trapped For Life
4. Body Probe
5. Canopy
6. Broken Code
7. Carbonic Beast
8. Autism Factor
9. Hollywood Story
10. Mask

 

3.6