Die fünfte Jahreszeit ist bereits in vollem Gange, aber dennoch versorgen wir euch wie gewohnt mit unseren Classics. Nach langem Hin und Her habe ich mich für das Debütalbum „Hybrid Theory“ von Linkin Park entschieden. Das Album erschien am 24. Oktober 2000 in den Vereinigten Staaten und in Europa im Februar 2001.

Aufmerksam geworden bin ich auf Linkin Park auf die, zu dieser Zeit, übliche Weise, als auf VIVA und MTV noch Musikvideos liefen. Durch Papa Roach, Korn und Limp Bizkit war ich auch bereits stark angefixt, was Nu Metal betraf. Doch Linkin Park spielten Nu Metal auf einer anderen Ebene als ich es bisher gewohnt war. Allein die Texte basierten oft auf Chester Bennintons Lebenserfahrungen und der Sound ist hart und zugleich sehr melancholisch.    

Ich kaufte mir „Hybrid Theory“ erst im Frühjahr 2002. Eine Zeit die für mich mit einigen Umbrüchen verbunden war. Die Schulzeit war kurz vor dem Ende und ich musste einige Zeit später mit meinen Eltern wegziehen, was mir überhaupt nicht in den Kram passte, da meine Freunde nun 400 km weit weg waren. Dafür war nun „Hybrid Theory“ immer an meiner Seite, oder besser gesagt die meiste Zeit, in meinem Disc-Man. Das Album hatte einen wesentlichen Anteil daran mit den neuen Lebensumständen besser klarzukommen, auch wenn es heute etwas lächerlich klingt, wenn ich darüber nachdenke. Dennoch besinne ich mich immer wieder darauf, dass die Sichtweisen und Wahrnehmungen der Dinge im Alter von 16 Jahren in vielerlei Hinsicht anders sind.

Bevor ich „Hybrid Theory“ in meinem Besitz hatte, kannte ich bereits die Songs „One Step Closer“, „In The End“ und „Crawling“ aus dem Fernsehen. Alle drei Songs brannten sich mir direkt ein. Die düsteren, harten aber auch melodischen Riffs gingen mir lange nicht aus dem Kopf. Die Texte verstand ich noch nicht wirklich, because my english was not the yellow from the egg. Vieles versuchte ich mir anhand der Videoclips zusammen zu reimen, was vor allem bei „One Step Closer“ nicht gerade von Erfolg gekrönt war.

Als ich „Hybrid Theory“ endlich in den Händen hielt, musste mein Disc-Man sein ganzes Ausdauervermögen unter Beweis stellen. Tracks wie „With You“, „Points of Authority“, „By Myself“ oder auch „Pushing Me Away“ ließen mich einfach nicht mehr los. So konnte ich beruhigt die Repeat-Taste drücken und „Hybrid Theory“ in Dauerschleife Tag für Tag rauf und rauf runter hören. Selbst 16 Jahre später gibt es kaum einen Tag an dem ich nicht mindestens einen Song von „Hybrid Theory“ auf den Ohren habe. Als mich dann im Sommer 2017 die Nachricht von Chester Bennintons Tod erreichte, war das ein Schlag ins Gesicht. Ich befand mich gerade auf einem Festival und der Tag bekam einen sehr faden Beigeschmack.

Dennoch lebt Chester weiter in den Alben von Linkin Park und mit „Hybrid Theory“ gelang Linkin Park nicht nur der Durchbruch, sondern für mich persönlich eines der besten Alben, die jemals geschrieben wurden.

 

  1. Papercut
  2. One Step Closer
  3. With You
  4. Points of Authority
  5. Crawling
  6. Runaway
  7. By Myself
  8. In The End
  9. A Place For My Head
  10. Forgotten
  11. Cure For The Itch
  12. Pushing Me Away

Bonus Version

13. My December
14. High Voltage
15. Papercut (Live at BBC 1)