Die Classics sind dazu da, um die Kisten mit den alten Platten aus dem Keller oder vom Dachboden zu holen, durchzustöbern, das ein oder andere Album nochmal anzuhören und die guten alten Zeiten nochmal im Kopf durchzuleben und in Erinnerungen schwelgen. Bei mir lief es dieses Mal nicht ganz so ab. Ich habe das nämlich schon alles im vergangenen Sommer gemacht. Meine alten Limp-Bizkit-Platten rausgekramt, im Auto volle Pulle aufgedreht und mitgegrölt. Denn ich musste mich einstimmen. Einstimmen auf einen für mich grandiosen Festival-Sommer. Ich habe Limp Bizkit letztes Jahr zwei Mal sehen dürfen, auf dem Highfield und auf dem Reload. Es war letztes Jahr genau 15 Jahre, dass ich sie das erste Mal gesehen hab. Und es war mir egal wie alt und eingerostet Fred Durst und Wes Borland wirkten. Viele waren enttäuscht, gerade vom Reload-Gig. Aber ich fühlte mich einfach nur wie in meiner Jugend und habe sie gefeiert.

Limp Bizkit war die erste Band bei der ich sagen kann, dass ich ein Fan war. Und Limp Bizkit war auch mein erstes Konzert überhaupt. Ich war 14, es war der 21. Juni im Jahr 2001, das World Trade Center stand noch. Auf dem übrigens auch das Video zu „Rollin’“ gedreht wurde. Ich bin mit meinem besten Freund Nico in die Stadthalle Bremen gebracht worden… Gott fühl ich mich gerade alt… Es war aber ein unglaubliches Erlebnis und ich denke auch heute noch gerne daran zurück.

Ab 2000 habe ich angefangen mich für Musik zu interessieren. Und in genau dem Jahr war Nu-Metal auf seinem Höhepunkt. Es kamen Alben raus wie „Infest“ von Papa Roach, „Hybrid Theory“ von Linkin Park und natürlich „Chocolate Starfish“ von Limp Bizkit. Für Papa Roach und Linkin Park waren es jeweils ihre Debütalben und sie sind damit direkt durch die Decke gegangen. Für Limp Bizkit war es bereits das dritte und auch kommerziell erfolgreichste Album. Nur zur Erinnerung, das war vor der Schnulze „Behind Blue Eyes“, damals haben sie noch richtige Musik gemacht (nichts gegen diese wunderbare Ballade von The Who, die im Original wirklich super ist – Anm.d.Red.). Egal… Diese drei Bands, bzw diese drei Alben sind bis heute die, die ich am häufigsten gehört habe und auch noch heute gerne höre und zu meinen Favoriten zähle. Aber keines hat mich musikalisch so sehr geprägt wie „Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water“. Als das Album rauskam war ich gerade mal 13 oder 14 Jahre alt, ich habe ewig gebraucht um mir den Albumtitel zu merken. Damals liefen auf MTV noch Musikvideos und ich habe nach der Schule direkt den Fernseher angemacht und auf „My Generation“, „Take a Look Around“ oder „Rollin’“ gewartet. Ich bin, nur damit ich Limp Bizkit auch unterwegs hören kann, mit dem Fahrrad in die Stadt gefahren um mir bei Aldi einen Discman zu kaufen. MIT DEM FAHRRAD!!! IN DIE STADT!!!1!elf!! Ich habe das Album immer und überall gehört. Irgendwann bin ich auf die Idee gekommen alte Kopfhörer auseinander zu nehmen und habe die Kabel unter meinem Pullover im Ärmel bis zur Hand verlegt um es auch heimlich in der Schule zu hören. Hat funktioniert, aber das erklärt eventuell meine Französischnote?! Ich kann mich noch genau an die Poster erinnern die ich in meinem Zimmer hatte von Fred, Wes und der ganzen Band. Ich war einfach vernarrt in die Musik, in die Band. Ich habe mir sogar die rote Yankees-Basecap gekauft um so auszusehen wie Fred. Nebenbei, ich sah nicht so aus. Legendär auch der Auftritt von Fred Durst bei den MTV VMA mit Christina Aguilera (als sie noch gut aussah), als während Christinas Auftritt plötzlich Fred auf die Bühne kommt, das Ende von „Livin’ It Up“ performt und am Ende einfach das Mikrofon fallen lässt und geht als wäre nichts gewesen. Ich feiere den Auftritt auch heute noch.

Ich bin in einem Haushalt mit NDR1 Niedersachsen aufgewachsen und kannte bis dahin nur das was ich vielleicht mal bei NJOY hören konnte, wenn meine Eltern nicht auf ihren Sender bestanden haben. Für mich war dieses Album eine musikalische Revolution. Die harten Gitarrenriffs, die donnernden Drums, der übertriebene Gebrauch von Kraftausdrücken (alleine im Song „Hot Dog“ kommt das Wort „Fuck“ 48 Mal vor)… der Rock hatte mich gefangen genommen und bis heute nicht losgelassen. Es gibt so wahninnig viele Rockalben die wegen ihres Einflusses in die Geschichte eingegangen sind, aber für mich ist dieses Album die absolute Nummer Eins.

Ich könnte jetzt noch ewig weiter schreiben, aber ich hau jetzt lieber nochmal ein Video von den Jungs an und lasse den Tag damit ausklingen.

 

Trackliste
1. Intro
2. Hot Dog
3. My Generation
4. Full Nelson
5. My Way
6. Rollin’ (Air Raid Vehicle)
7. Livin’ It Up
8. The One
9. Getcha Groove On
10. Take A Look Around
11. It’ll Be Ok
12. Boiler
13. Hold On
14. Rollin’ (Urban Assault Vehicle)
15. Outro