Jetzt mal ehrlich unter uns, wie lange haben wir Fans auf das neue Life Of Agony gewartet und hatte man nicht manchmal gar die Befürchtung das es eher zum endgültigen Ende der Band, also zu einem neuen Longplayer der New Yorker Alternative Rocker kommen würde?

Nach der zwischenzeitlichen Auflösung 1999 und der Neugründung in 2003 war es ja bis auf das meiner Meinung nach nicht an die ersten drei Scheiben der Band herankommende „Broken Valley“ aus 2005, den beiden Live-Alben „River Runs Again Live 2003“ und „Life Of Agony – 20 Years Storng – River Runs Red: Live in Brussels“, sowie diversen Auftritten doch schon sehr ruhig um Mina Caputo, Joey Z., Alan Robert und Sal Abruscato geworden.

Am Freitag ist es aber nun endlich soweit und nach zwölf langen Jahren erscheint mit „A Place Where There`s No More Pain“ das fünfte Studioalbum von Life Of Agony – erstmals via Napalm Records.

Mit großen Hoffnungen, dass die neue Scheibe sich musikalisch wieder zurück in Richtung Anfangszeit von LOA bewegt – ist doch besonders „River Runs Red“ aus 1993 eins der geilsten Alben, dass ich je gehört habe – mache ich mich an den Neuling, versuche aber meine Erwartungen nicht direkt zu hoch zu heben… wie bereits erwähnt wurde ich ja so damals bei „Broken Valley“ ein wenig enttäuscht.

Nach den ersten Tönen von „Meet My Maker“ schnaufe ich aber erleichtert durch, denn scheinbar haben sich LOA beim Schreiben der Songs wieder an die Zeit zurück erinnert, wo die derbe aggressiven und metallastigen Sounds in der Überzahl und sanfte Töne eher selten zu finden waren.

Okay, zugegebenermaßen hatte ich schon nach den Videos zum Titelsong A Place Where There’s No More Pain“ und besonders zu „World Gone Mad” die – dann doch wohl berechtigte – Hoffnung, dass wir ein mehr als ordentliches Brett erwarten durften… bei dem ganzen Dreck um einen herum darf man ja auch ruhig mal lautstark seine Gefühle und seinen Unmut in die Welt schreien!

Erneut lassen uns Life Of Agony an ihrer aktuellen Stimmung und ihrer Gefühlslage teilhaben und man leidet förmlich mit, wenn Mina mit gewohnt melancholisch gequälter Stimme offenbart, dass einen früher oder später sowieso alle Sorgen und Probleme einholen werden – es wird dann halt nur darauf ankommt, wie standhaft man ihnen begegnet.

Schaut man sich die zehn Songs insgesamt an, so begibt man sich während der vierzig Minuten gemeinsam mit den New Yorkern auf eine Reise voller Schmerz und Düsterness – aber immer mit der Hoffnung verbunden am Ende einen Ort zu finden, an dem es keine Leiden mehr geben wird!

Somit melden sich Life Of Agony mit „A Place Where There’s No More Pain” recht eindrucksvoll zurück und zeigen, dass auch weiterhin mit ihnen zu rechnen sein wird… von mir gibt es also eine klare Kaufempfehlung!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Titel:
1. Meet My Maker
2. Right This Wrong
3. A Place Where There’s No More Pain
4. Dead Speak Kindly
5. A New Low
6. World Gone Mad
7. Bag Of Bones
8. Walking Catastrophe
9. Song For The Abused
10. Little Spots Of You

 

Oder möchte wohlmöglich jemand LOA live sehen? Das geht natürlich auch… nämlich hier:
29.05.2017 FRANKFURT, Batschkapp Frankfurt
16.08.2017 MÜNSTER, Jovel
20.08.2017 DORNBIRN, Conrad Sohm (official)
23.08.2017 LEIPZIG, WERK2-Kulturfabrik – Halle A
24.08.2017 BERLIN, Huxleys Neue Welt

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Life Of Agony - A Place Where There`s No More Pain (Napalm Records, 28.04.2017)
4.5Gesamtwertung