Ich mach es mal so fest: Wären die Leoniden eine Hamburger Band, wären sie vielleicht nicht die Leoniden die mit dem Debüt Musikfans über Grenzen hinaus begeistert und erstaunt haben. So bleibt man in Kiel und damit freier von äußeren Einflüssen und einer regelmäßig auf einen einprasselnden Szene. Gut so!

Als ich die Leoniden das erste Mal live sehen konnte im letzten Jahr, ist nicht nur mir die Kinnlade runtergefallen, sondern auch dem Prog-Rocker an meiner Seite. Umso spannender war es das zweite Album genauer unter die Lupe zu nehmen. Schließlich waren auf dem Debüt so unfassbare Hits wie „Nevermind“ kaum zu schlagen. Dachte ich.

Die vorher veröffentlichten Singles haben schon gezeigt, dass hier einiges auf uns zukommt. Der Hype wird also nicht so schnell schwinden.

Wenn es schon beim Opener „River“ im Midtempo und mit Chören startet, um im Refrain komplett auf eine melodische Eskalation hinauszulaufen, weiß man hier passiert einiges. Und wenn dann „Kids“ als zweite Nummer lässig um die Ecke guckt und sofort das tanzbare Indiegewitter startet, weiß man warum alte Männer über die handwerklichen Künste staunen und die Indiemädels plötzlich nur noch Jogginghosen tragen wollen.

Ob es auch wieder diese Hits wie auf dem Debüt gibt? Klar. Hat jemand was anderes erwartet? Hört in „People“ rein und feiert.

 

 

In 10 Songs hat man hier also die perfekte Schnittmenge einer Generation die zwar ungebrochen feierwillig ist, den Kopf aber auch notwendigerweise nicht nur zum Besaufen nutzt. Diese Musik ist alles andere als beliebig. Von vorne bis hinten perfektes Songwriting, ohne dabei auf Formen und Schubladen zu achten. Ohne sich dabei auf bisher Geleistetem auszuruhen. Ich frage mich sowieso, wie die Herrschaften diese Platte schreiben konnten. Waren die eigentlich mal drei Tage am Stück zu Hause? Gefühlt waren die Leoniden nämlich nur auf Tour. Ob es die Headlinertour, drei Festivals an einem Tag oder Abklatschen beim Donots-Support mit Matze Rossi war. Arbeitstiere.

Ich mach kein Geheimnis daraus. Mir als eingefleischter 3-Akkorde-Punkrock-Liebhaber ist es an der einen oder anderen Stelle ein bisschen viel, aber Leute echt. Hört euch die Chöre in „Why“ an und kniet nieder wie Wayne und Garth vor good old Alice Cooper. Diese Jungs sind nicht nur mega symphatisch, sondern beweisen mit Album Nummer 2, dass wir es hier nicht mit einer Eintagsfliege, sondern einem melodischen Kreativmonster zu tun haben. Danke! Solche Bands und solche Alben braucht die Musikwelt!

 

 

  1. River
  2. Kids
  3. Alone
  4. Down The Line
  5. People
  6. Why
  7. Colorless
  8. One Hundred-Twenty Three
  9. Not Enough
  10. Slow

 

KIDS WILL UNITE TOUR (Teil1)

01.11. Bremen – Tower (ausverkauft) 🥝
02.11. Göttingen – Musa 🥝
03.11. Münster – Sputnikhalle (ausverkauft) 🥝
07.11. Hamburg – Knust (ausverkauft) 🍋
08.11. Berlin – Lido (ausverkauft) 🍋
09.11. Leipzig – Naumanns (ausverkauft) 🍋
10.11. Chemnitz – Atomino (au sverkauft) 🍋
12.11. Wien – B72 🍎
14.11. Graz – Forum Stadtpark 🍎
15.11. Salzburg – Rockhouse 🍎
16.11. Linz – Posthof 🍒
17.11. Lustenau – Carinisaal 🍒
20.11. Augsburg – Kantine 🥝
21.11. Zürich – Exil 🥝
22.11. Bern – Rössli 🥝
24.11 Freiburg – ArTik 🥝
25.11 Heidelberg – halle02 🥝
27.11. Stuttgart – Club Cann 🥝
28.11. Luxemburg – Rotondes 🥝
29.11. Wiesbaden – Schlachthof (ausverkauft) 🥝
04.12. Aachen – Musikbunker 🍊
05.12. Köln – Gebäude 9 (ausverkauft) 🍊
06.12. Oberhausen – Druckluft 🍌
07.12. Hannover – Musikzentrum (ausverkauft) 🍌
08.12. Rostock – Peter Weiss Haus 🍌
14.12. Kiel – Max (ausverkauft) 🍓

 

 

 

Leoniden - Again! (Two Peace Signs/ Irrsinn Tonträger, 26.10.2018)
5.0Gesamtwertung