Ich muss zugeben, ich hatte immer eine Schwäche für Frau Leder Leone. Seit ihrem Debutauftritt auf dem legendären 85er CHASTAIN-Album „Mystery of illusion“ und dem ebenso genialem „Ruler of the wasteland“ bin ich Fan von Leather Leone.  Ihre kräftige Stimme passt perfekt zum Powermetal, abseits von anderen Metalqueens wie Doro Pesch oder Lee Aaron seiner Zeit.

1989 hat LEATHER dann ihr Soloalbum veröffentlicht, und auch dieses weiß zu gefallen, ging aber in der Masse kläglich unter. Wer den Klassiker „Shock Waves“ noch nicht kennt, muss das natürlich unbedingt nachholen. 29 Jahre später kommt nun der LEATHER-Nachfolger, schlicht betitelt mit „II“. Sie selbst sagt: »Leather II« for sure is a true blue heavy metal album from start to finish … “ Genau so ist es auch!

Klar klingt der Stoff auf der Scheibe anders als 1989, alles moderner ohne aber die Powermetalwurzeln zu verlieren. Sie ist heute ein anderer Mensch, arbeitet mit anderen Leuten an einem anderen Ort – natürlich klingt es anders, aber ihre Stimme ist kraftvoll wie immer. Der Opener „Juggernaut“ zeigt gleich wer hier die Metalqueen im Universum ist. Uptempo-Powermetal, geile Riffs, tolle Soli und eine mega Stimme – Hammer Opener. So hätten die letzten CHASTAIN-Platten mal klingen sollen…. Vinnie Tex an der Leadgitarre muss aber mal gar nicht hinter Meister David Chastain verstecken.

„The outsider“ und „Lost at midnight“ kommen im Midtempo daher und rocken geil durch die Lauscher. Sommer, Dach auf und aufdrehen, kommt einem gleich da in den Sinn. „Black smoke“ ist ein typischer Metalstampfer, im DIO-Style und Mitgröl-Refrain, sehr geil. „The one“ ist wieder mit mehr Tempo versehen und „Annabel“ ist eine typische Metalballade, die sich nach balladesken Start zum Metalsong mausert. Für die Abwechslung ok.

„Hidden in the dark“ ist wieder voll auf die Fresse und kickt richtig Ass, geiles Teil. Mit dem Opener mein Lieblingssong. „Sleep deep“ ist eine Huldigung an R.J. Dio (RIP) – unverkennbar. „Let me kneel“ startet mit einem geilem Doublebassriffing, um dann im Midtempobereich Stimmung zu machen. „American woman“ stelle ich mir live geil vor. Ich sehe die Fäuste schon nach oben gestreckt, allerdings fehlt mir da etwas die Abwechslung, trotzdem nett. Mit „Give me reason“ kommt nochmal ein Temposong im Van-Halen-Style um die Ecke. Toller Farbtupfer von der Gitarrenarbeit.

Fazit: Hammer Scheibe von LEATHER. Jeder True- und Powermetal-Fan muss hier zuschlagen. Frau Leone ist einfach DIE Metalqueen, an denen sich jedes andere Träller-Sternchen messen lassen muss. Ich habe aie auf dem letzten Keep it true-Festival live gesehen, und auch dort hat Sie mich überzeugt. Keine Ahnung warum mit Chastain nicht sowas Tolles mehr passieren kann, aber egal – macht LEATHER es halt solo 🙂 Richtig geil!

TRACKLIST:

1. Juggernaut (3:15)
2. The Outsider (4:32)
3. Lost At Midnite (4:35)
4. Black Smoke (4:41)
5. The One (3:17)
6. Annabelle (5:38)
7. Hidden In The Dark (4:51)
8. Sleep Deep (4:25)
9. Let Me Kneel (3:54)
10. American Woman (4:22)
11. Give Me Reason (4:02)

Leather - "II" (High Roller Records, 13.04.2018)
4.5Gesamtwertung