Dass die Badener Progressiv-Metallarbeiter Lanfear zu wenig Aufmerksamkeit bekommen, darüber dürfte sich jeder im Klaren sein, der mal ein Album der Band gehört hat. Das Vorgängeralbum „This Harmonic Consonance“ dreht sich noch immer regelmäßig in meinem CD-Player. Ich denke, das neue Album „The Code Inherited“ könnte das gleiche Schicksal ereilen.

Das Album wurde in der gleichen Besetzung eingespielt wie „This Harmonic Consonance“. Man merkt der Band an, dass sich hier Musiker gefunden haben, die ihr Handwerk verstehen und somit Progressive Metal so spielen können, ohne ich kopflastige Frickelorgien zu verfallen. In kurzen Worten: Neben der progressiven Schiene kann die Band auch ein ordentliches Power-Metal-Brett vorlegen!

„The Delusionist“ ist dann auch eher ein harter Einstieg in „The Code Inherited“, schwere Gitarrenriffs, doomige Keyboards und irgendwann setzt ein treibender Rhythmus ein. Thrashige Breaks werden von Lanfear eingestreut bevor Sänger Nuno Miguel de Barros Fernandes mit dem feinen Gesang einsetzt. Die Intonierung des Sängers ist sehr eigenständig. Auf Anhieb würde mir jetzt kein passender Vergleich aus dem Metalgenre einfallen. „The Opaque Hourglass“ dreht noch ein wenig an der Temposchraube. Dieser sehr geile Song würde auch jeder Power-Metal-Band gut zu Gesicht stehen! Überraschend ist der Stimmungswechsel zur Mitte des Songs. Tempo wird rausgenommen und das Lied entwickelt sich zur Hymne!

Mein Highlight des Albums ist der überlange Titeltrack „The Code Inherited“. Hier lassen Lanfear die sprichwörtliche Progressive-Metal-Sau fliegen! Kleine Soundspielereien treffen auf harte Gitarrenriffs, starken Gesang und ein dichtes Rhythmikbrett. Passt!

Starkes Album!

Cover LANFEAR_The Code Inherited

1. The Delusionist
2. The Opaque Hourglass
3. Evidence Based Ignorance
4. The Code Inherited
5. Self-Assembled
6. Converging Saints
7. Remain Undone
8. Summer Of ´89

 

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Lanfear - The Code Inherited (Pure Steel Records, 01.07.2016)
4.2Gesamtwertung