L.A. Edwards – Out Of The Heart Of Darkness (Bitchin Music Group/MARS Label Group. 02.06.2023)

Zu Beginn der CD spricht ein Junge auf Englisch ein paar Worte, dann startet das Album mit „Little Boy Blue“. Dieser Song könnte glatt von Tom Petty & The Heartbreakers stammen! Sehr lässig wirkt das und keinesfalls aufgesetzt. „Now You Find“ bietet Folk mit starker Country-Schlagseite und hörenswertem Background-Gesang. Man merkt, dass die drei Musiker Brüder sind und sich stimmlich ähneln. Mumford & Sons dürften bei „Let It Out“ Pate gestanden haben. „Surrender“ ist sehr raffiniert gemacht. In der Mitte des Songs entsteht eine kurze Pause, dann legt auf einmal die E-Gitarre ziemlich rockig wieder los.

Die größte Überraschung ist jedoch „Time To Go“. Der Titel kommt mit einem leichten Muse-Touch daher und erinnert mich mit der Gitarre stark an Matthew Bellamy. „Hi Rite Now“ könnte man glatt unserer Ampelregierung vorlegen. Als inoffizieller Soundtrack für die geplante Legalisierung von Cannabis gibt es sicher kein Lied, das besser passt und besser klingt! „Stick To You“ ist eine waschechte Ballade, die sämtliche Frauenherzen höherschlagen lässt. Und „The Lucky One“ erinnert mich musikalisch und textlich stark an Tom Petty. Auch hier wird eine gute Geschichte erzählt über Liebe und weitere alltägliche Dinge.

Die drei überaus talentierten Brüder machen eine interessante Musik. Die Scheibe wurde von Luke Edwards sehr authentisch produziert und zeigt eine virtuose Band, die großes Talent im Bereich Songwriting besitzt. Auch die Vielzahl der Instrumente, die von den Musikern selbst eingespielt wurden, ist bemerkenswert. Die Scheibe kann man problemlos in einem Rutsch durchhören, sie bleibt auch nach mehrmaligen Durchläufen interessant. Manche Lieder klingen leicht melancholisch, aber versprühen trotzdem eine sehr positive Aussage. Ich habe jetzt schon den vierten Durchgang und bin sehr begeistert.

Einzig und allein das Cover wird der Musik nicht gerecht und könnte den einen oder anderen Käufer eher abschrecken als zum Kauf bewegen. Man merkt, dass die Brüder schon mit dem ehemaligen Tom-Petty-Bassisten Ron Blair gespielt haben und die Musik von Petty sie doch zumindest stark beeinflusst. Allerdings haben sie ihren eigenen Stil entwickelt, der sich durchaus lohnt, entdeckt zu werden. Ich denke, dass die Songs auch live eine spezielle Magie entfalten.

 

Tracklist:
1. Little Boy Blue
2. Now You Know
3. Let It Out
4. Surrender
5. Time To Go
6. Hi Rite Now!
7. Stick To You
8. Already Gone
9. Peace Be With You
10. The Lucky One

 

 

Photo-Credit: Miller Hawkins
Review von Gast-Autor STEFAN GRAßL
4.5