Wir befinden uns mitten in den 90ern und der Britpop mit Oasis, Blur, Suede oder auch Pulp schwappt sehr stark zu uns rüber. Auch Kula Shaker gehörten irgendwie dazu. Sie waren aber auch irgendwie anders. Statt nur nette Melodien und große Posen, gab es bei ihnen eine Kelle Psychedelic Rock und vor allem zahlreiche indische Einflüsse obendrauf. Das war schon irgendwie originell und cool.

Nach ein paar Jahren war allerdings Schicht im Schacht. Aber nicht zu lange. Man kehrte nach einer Pause zurück und veröffentlichte 2010 auch wieder ein neues Album. Jetzt kommt das nächste, mit dem man es wohl richtig wissen möchte – zumindest in kommerzieller Hinsicht. Denn das Kula-Shaker-Debüt „K“ feiert heuer sein 20-jähriges Jubiläum und warum als nicht „K 2.0“ einspielen?

Tja, irgendwie auch eine blöde Idee, die Platte so zu nennen. Denn heute sind Kula Shaker eine etwas andere Band als vor zwei Dekaden. Man fährt die Schiene des Vorgängers konsequent weiter und statt zupackendem Rock gibt es überwiegend entspannte, bisweilen schon fast folkige Songs zu hören. Der Einfluss von 60’s-Pop ist sehr stark. „Death of Democracy“, „Here Come My Demons“, „Holy Flame“ oder auch „Let Love B (With U)“ – alles nette Nummern mit netten, kleinen Details und feinen Melodien, aber nicht besonders spannend.

Interessant wird es vor allem, wenn die Band aus diesem Schema ausbricht. Die Eröffnungsnummer „Infinite Sun“ lässt mit ihren Sitar-Sounds und den schamanenaften Background-Gesängen an alte Tage denken, „33 Days“ ist mal so richtiger Folk (noch dazu guter), „High Noon“ gefällt mit seinem Westernflair, „Get Right Get Ready“ überrascht als funky Disco-Rock und mit „Mountain Lifter“ zeigen Kula Shaker, dass sie es immer noch drauf haben lässigen Ethno-Rock mit La-la-Melodien und spannenden Arrangements zu verknüpfen.

Ganz satt lassen einen Kula Shaker mit „K 2.0“ leider nicht zurück. Da wäre sicherlich noch mehr drin gewesen. Das von einem nostalgischen Hauch umwehte „K 2.0“ ist einfach nur nett. Es hat seine Momente und der Fan wird vielleicht im Dreieck springen. Aber ob das für ein richtiges Comeback reicht? Ach, ich weiß auch nicht…

Kula Shaker - K 2.0

Trackliste:
1. Infinite Sun
2. Holy Flame
3. Death of Democracy
4. Let Love B (with U)
5. Here come my Demons
6. 33 Crows
7. Oh Mary
8. High Noon
9. Hari Bol (the sweatest sweet)
10. Get Right Get Ready
11. Moutain Lifter

Kula Shaker - K 2.0 (Strangefolk, 12.02.2016)
3.2Gesamtwertung