Retrorock und kein Ende… könnte man meinen. Die Franzosen Komodor tun auch gar nicht erst mal so, als wollten sie in eine andere Schublade gesteckt werden. Als Inspiration nennt man ganz ungeniert u.a. Spätsechziger-/Frühsiebziger-Granden wie MC5, James Gang und Grand Funk Railroad. Und genau so klingt die Debüt-EP des Quartetts auch: nach gut abgehangener Rockmusik der ganz alten Schule – mit der jeder Menge Lockerheit und ausgelassener Spiellaune runtergezockt.

Mit seinem Ansinnen fand man anscheinend ein paar prominente Fürsprecher. Denn im Hintergrund sind sämtliche Mitglieder der Blues Pills zu hören. Sängerin Elin Larsson ganz deutlich bei den Harmoniegesängen, (mittlerweile) Ex-Gitarrist Dorian Sorriaux duelliert sich mit den Sechssaitern der Band und Bassist Zack Anderson hat die vier Songs aufgenommen.

Das Ganze startet mit „Still The Same“ mit einem lässigen Oldschool-Fuzz-Riff und schon geht es los mit polternden Drums und einem warmen Bass-Groove. Die Songs sind zwar einigermaßen eingängig, aber nie plakativ und leben vor allem dann auf, wenn man die Zügel spielerisch mal etwas lockerer lässt und aus sich heraus geht. Mit dem jammigen Stampfer „Join The Band“ erreicht man seinen Höhepunkt. Das Gegenteil davon ist das schwungvolle und sehr straight, ohne Mätzchen angelegte „1984“. Die restlichen beiden Songs bewegen sich irgendwo dazwischen, klingen nett, setzen aber keine allzugroßen Akzente.

Mit ihrer ersten Veröffentlichung reißen Komodor nicht wirklich Bäume aus oder tun sich als besondere Vertreter ihrer Zunft hervor. Hier ist eher Hausmannskost angesagt. Aber das kann dem Genre-Loonie ja auch munden!

 

Trackliste:
1. Still the Same
2. Join the Band
3. Nasty Habits
4. 1984

 

Komodor - Komodor (Soulseller Records, 11.01.2019)
3.3Gesamtwertung