Vor ein paar Monaten hat das italienische Label Aural Music das Debüt der Briten King Goat in größerem Maßstab unter die Leute gestreut. „Conduit“ war ein interessantes Doom-Album das sich über die engen Genregrenzen hinaus bewegte und mit viel Lust Elemente aus dem Prog- und Artrock-Bereich aufnahm.

Diese Elemente sind auf dem neuen Album „Debt Of Aeons“ zwar immer noch da, aber nicht mehr ganz so stark. Die Platte klingt noch ein Stück melancholischer. Nein… eigentlich schon düsterer. Kein Wunder, man reflektiert (mal wieder) den kaputten Zustand der Welt. Verpackt in meist überlange Songs, die sich bewusst üblichen Songwriting-Formeln verweigern.

Getragen werden die Stücke vom äußerst emotionalem bis theatralischen Gesang, der in Sachen Intensität und Pathos nur mit Granden wie Primordial und Candlemass verglichen werden kann. Da man sich dadurch immer wieder in epische Sphären aufschwingt, hat man glatt den Eindruck, einer Art „Doom-Metal-Oper“ zu lauschen. Das ist verschrobenes Zeug, aber auch interessant, irgendwie faszinierend. Doch leicht zu fassen sind die Songs nicht immer gerade. Man klammert sich eher an kleine Parts, die immer wieder aufblitzen. Eingängige Gesangslinien, melancholische Hooks, ein verspieltes Gitarrensolo, etc.

Zum Reinhören empfiehlt sich zum Beispiel der Titeltrack, der einem zum Ende hin wie ein kraftvoller Strudel mitreißt. Das Stück bringt in gut acht Minuten die Essenz von King Goat auf den Punkt. Geht das klar, kann man sich ruhig an den Rest wagen. Es gibt was zu Entdecken.

Ein interessantes Album einer nicht ganz normalen Doom-Band.

Trackliste:
1. Rapture
2. Eremite’s Rest
3. Debt of Aeons
4. Psychasthenia
5. Doldrum Sentinels
6. – 0:42
7. On Dusty Avenues

King Goat - Debt Of Aeons (Aural Music, 13.04.2018)
3.8Gesamtwertung