Achtung, zum Release-Day kommt heute ein richtiges Brett. Killswitch Engage veröffentlichen ihr achtes Studioalbum „Atonement“.

Mit Metalcore-Alben bin ich eigentlich immer relativ vorsichtig, da aus meiner Sicht der Markt eine Zeit lang übersättigt schien, was im Jahr 2015 besonders spürbar war. Viele Bands wurden mit üppigen Deals ausgestattet und konnten die Erwartungen der Fanbase und ihrem Label oftmals nach dem zweiten Album nicht mehr gerecht werden.

Killswitch Engage sind bereits seit 20 Jahren im Geschäft, aber auch die vier US-Amerikaner rund um Sänger Jesse Leach mussten sich mit viel Kritik in den letzten Jahren auseinandersetzen. Nun kommt mit „Atonement“ ein Album das laut Aussage der Band das abwechslungsreichste ist. Einer der Gründe dafür ist, dass inmitten der Entstehungsphase von „Atonement“ Sänger Jesse sich einer Operation an der Stimme unterziehen musste. In der Reha nahm er an Sprech-, Gesangs- und Schreitherapien teil, wodurch er sich neue Techniken zu kontrollierterem Shouting aneignen konnte.

Das Ergebnis spricht dabei für sich, denn bereits nach dem ersten Durchhören war ich von „Atonement“ begeistert. Der Opener „Bite the Hand that Feeds“ verpasst einem in Sachen Härte und Aggresivität schon direkt einen Nackenschlag, sowohl melodisch als auch in der Lyrik. Dagegen geht es auf „Unleashed“ schon fast gemächlich zu. Für „The Signal Fire“ wurde Howard Jones (ehemaliger Sänger der Band) mit ins Boot geholt und schon zu Beginn des Tracks ist die Geschwindigkeit und Intensität da, wo ich zu meiner Überraschung eine große Parallele zum Death-Metal entdecke.

Wieder etwas ruhiger geht es auf „Us Against the World“ zu bevor der Track „The Crownless King“ wieder alle Register zieht, denn niemand geringeres als Testament-Sänger Chuck Billy testet hier die Belastbarkeit des Mikrofons. Wieder wird es ruhiger, aber auch sehr ernst. „I Am Broke too“ richtet sich an psychich und seelisch kranke Menschen, welche den Lebenswillen verloren haben. Am meisten beeindruckt und fasziniert hat mich jedeoch der Song „Know your Enemy“. Der nahezu perfekte Einsatz von Härte, melodischen Parts und aggresiven Shouting veranlasste mich den Song direkt noch zehnmal hintereinander hören zu müssen.

Nun möchte ich euch aber nicht noch mehr vorwegnehmen. Mit „Atonement“ haben Killswitch Engage ein großes Ausrufezeichen an alle Kritiker gerichtet. Diese dürften es nun schwer haben hier noch etwas zu beanstanden und somit freuen wir uns auf die nächsten 20 Jahre mit Killswitch Engage!

 

01.Bite the hand that Feeds
02.Unleashed
03.The Signal Fire (feat. Howard Jones)
04.Us Against the World
05.The Crownless King (feat. Chuck Billy)
06.I Am Broken Too
07.As Sure as the Sun will Rise
08.Know your Enemy
09.Take Controll
10.Ravenous
11.I Can’t be the only One

http://www.killswitchengage.com/

 

Killswitch Engage - Atonement (Columbia/Sony Music, 16.08.2019)
4.9Gesamtwertung