Was zum Teufel ist denn bitteschön „Stuntpunk“? – Sachen gibt`s… da muss man sich erst die Hälfte seines Lebens mit dem guten alten Punk-Rock beschäftigen um endlich einen passenden Begriff für deftigen Schmackes-Punk mit ordentlichem Gebläse zu finden. Ein Dank geht hier eindeutig an die Karoshi`s!

Diese Wort-Erfindung schreibe ich ihnen gerne zu, denn etwas anders ist das was die Kölner hier auf ihrer neuen Scheibe „Rabauken und Trompeten“ bieten ja dann auch nicht. Denn so schön rotzig und druckvoll „I`m OK (Someday)“ anfängt, so schick bekommen sie den Stunt bzw. Spagat hin, dass der Song schlussendlich zu einer angenehmen Ska-Nummer wird.

Auch wenn „Care About The Onions” ein klein wenig holprig in den Übergängen ist und ich mich immer noch frage ob das beabsichtigt ist, so haben die Kölner mich ab diesem Moment dann auch auf Betriebstemperatur – erstes Anzeichen dafür sind zwei wippende Beine… läuft!

Und was soll ich sagen, die siebenköpfige Combo macht echt Bock, denn auch „Long Time No See“ groovt und man mag kaum glauben, dass Karoshi acht Jahre für „Rabauken und Trompeten“ gebraucht haben.

Die gelungene Mischung aus coolen Gitarrenriffs, entspanntem Ska-Gebläse und treibenden Off-Beats machen Spaß und auch der gute alte Punk-Rock kommt – wie bei „The Kids“ – nicht zu kurz.

Erinnert mich der Beat beim „Monkey Island Shuffle“ gar ein wenig an Ska-P, so fühlen sie sich selber laut Beipackzettel eher bei Bands wie den Mad Caddies, Less Than Jake oder den Mighty Mighty Bosstones zuhause – da ich alle Genannten geil finde halte ich mich einfach da raus.

Der raue Gesang, der gelegentlich auch ein wenig melodiös sein kann und bei „Stuntpolizei“ kurzzeitig vom englischen ins deutsche wechselt, bildet eine gute Symbiose mit den leicht gehetzten Bläser-Sätzen… und „Meanwhile“ verirren sich sogar die Kölner Jungs von Eigelstein Royal auf dem Album – muss man schon mögen, aber was soll`s!

Auf meine Beine blickend merke ich, dass die Truppe mich mittlerweile ordentlich in Bewegung versetzt hat und gerne gebe ich mir nach den beiden letzten Songs, dem wieder recht punkigen „Waste of Mind“ und „You, Me and Marley“ (Jungs, was soll denn der gesprochene verzerrte Anfang?… weniger ist manchmal mehr! 😉 ) direkt noch eine Runde – denn 10 Songs in 30 Minuten Spielzeit… da kann man gerne noch ein zweites Mal zulangen, gell?!

 

Titel:
1. I`m OK (Someday)
2. Care About The Onions
3. Long Time No See
4. The Kids
5. Stuntpolizei
6. Monkey Island Shuffle
7. South of the Border
8. Meanwhile
9. Waste of Mind
10. You, Me and Marley

 

Live stehen auch schon ein paar Termine fest:
31.08.17 Köln, Underground (Arschtritt zum Abriss Festival gemeinsam mit My Defense, Gedrängel, Whatever, und Bugbear)
02.09.17 Köln, LC 36-Straßenfest
29.09.17 Köln, Sonic Ballroom (Release Party)
18.11.17 Bensberg, UFO

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Karoshi – Rabauken und Trompeten (Rookie Records, 15.09.2017)
4.0Gesamtwertung