Meine Güte, wie herrlich schön melodisch können Schläge in die F***** denn bloß klingen?

Wer sich diese Frage schon lange gestellt hat, der ist beim Debüt-Album des Indie-Duos Kaffkönig genau an der richtigen Stelle – denn „Das große Kotzen“ hat ja schon lange angefangen und die beiden Jungs stecken einem schonungslos den Finger in den Hals!

Hört man das Debüt-Album der Beiden, so fühlt man sich in einem Spiegelsaal – denn selbige werden einem quasi in jedem Song vorgehalten, wird doch schonungslos mit der heutigen Gesellschaft und den in ihr lebenden Individuen abgerechnet… da kriegt jeder sein Fett weg!

Musikalisch bieten sie eine gute Portion von Indie und Punk getränkten Nummern, die wie bei „Narbenfresse“ an die sanfte und entspannte Version von Van Holzen oder Heisskalt („Drecksvieh“) erinnern. Auf der anderen Seite beginnt das Ganze mit dem eher poppigen Opener „Gaffer & Beton“ oder der Mitsing-Titel-Hymne „Das große Kotzen“, die hervorragend als Ohrwurm herhalten und einen auf das ebenso ansprechende „Panzer Quartett“ vorbereitet – fünf geile Songs hintereinander, was soll denn nun bitte noch kommen… ist doch gerade erst Halbzeit und den Rest des Albums habe ich noch gar nicht gehört!

Ob es sich bei der „Messermalerei“ nun wirklich um eine neue Form von kreativer Leinwand-Veredelung handelt könnt ihr nur herausfinden, wenn ihr euch auf die Sache einlasst, vielleicht hat das ganze unter dem Strich ja sogar etwas mit dem „Kaiserschnitt“ zu tun – hört rein und ihr werdet es schnell selbst erkennen!

Das man besser daran tut sein „Volles Maul“ lieber das eine oder andere Mal geschlossen zu halten, davon können die Beiden ein Lied sing – ach ja, machen sie ja auch… ziemlich gut sogar! Also Melodien können sie… vor allen Dingen wenn man bedenkt, dass man trotz der minimalen Instrumentenbesetzung (Gitarre, Drums und Gesang) hier bei jeder Nummer ein amtliches Brett abliefert – gekrönt vom abschließenden „Lynchknoten“, der vernünftig geknüpft seine Wirkung nicht verfehlt!

Das Album klingt wie der Road-Trip zum Ausbruch… aus dem stumpfen provinziellen Leben… aus den Zwängen… aus der Wut… und aus allem, was einem das Leben so unlebenswert macht!

Wieder einmal hat mich mit Kaffkönig eine Band förmlich überrannt und dank ihrer unverfrorenen Energie und Frische aufgezeigt, dass es einem in Hinblick auf neue unverbrauchte Künstler in unserem Land nicht Bange werden muss!

 

Titel:
1. Gaffer & Beton
2. Narbenfresse
3. Das große Kotzen
4. Panzer Quartett
5. Drecksvieh
6. Messermalerei
7. Kaiserschnitt
8. Helene Forster
9. Volles Maul
10. Lynchknoten

 

Hier schnell noch eben die Tourdaten:
09.12.17 Berlin – Der Hirsch ruft
14.01.18 Trier – Ex Haus

„Abschlussball“ Tour 2018
15.02.18 Münster, Rote Lola
16.02.18 Erfurt, Museumskeller
17.02.18 Braunschweig, Jugendzentrum B58
22.02.18 München, Backstage
23.02.18 Ulm, Roxy
24.02.18 Saarbrücken, Mauerpfeiffer
27.02.18 Mainz, Schon Schön
28.02.18 Köln, Stereo Wonderland
01.03.18 Hamburg, Knust
02.03.18 Berlin, Cassiopeia
03.03.18 Nürnberg, Club Stereo

Foto: Thomas Brauchle

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Kaffkönig – Das große Kotzen (Starwatch Entertainment/Rough Trade, 20.10.2017)
4.8Gesamtwertung