Nach drei langen Jahren des kreativen Schaffens ist der gitarrenlastige Pop mit Indie-Einflüssen, den die fünf Osnabrücker von Joga Club nun als drittes Album mit dem geflügelten Namen „Kolibri“ veröffentlicht haben, wieder zurück.

Mehrstimmiger Gesang, Piano, Akkordeon und Synthie-Sound, dazu eine ganze Menge Herzblut… und fertig ist der nächste Streich!

Nach dem 2012er Album „Mosaik Musik“, welches durch intelligente und wortgewaltige Lyrics bestach, sollte der Gesang von Sänger Phillipp auf dem neuen Longplayer mindestens genau so stark einschlagen… ob es geklappt hat? Auf jeden Fall, denn:

Auch auf „Kolibri“ bewegen einen die Songs inhaltlich, sind laut und rütteln auf – aber sie erzeugen auf der anderen Seite eine herrlich beruhigende Atmosphäre, die einen genau im richtigen Augenblick packt und in die gut abgestimmte Mischung von lebensbejahenden und dann doch sehr melancholischen und traurigen Momenten eintauchen lässt. Joga Club machen Musik, die man nicht nur konsumiert… man möchte wissen was der Song für eine Geschichte erzählt. Gepaart mit treibenden, tragenden, tanzbaren Beats – die perfekte Mischung.

Selten hat es jemand geschafft eine tragische Liebe so tanzbar und irgendwie doch fröhlich, heiter zu besingen wie in „Hostel“. Für mich nur ein weiteres textliches Meisterwerk der Jungs! „Kolibri“ zeichnet sich, wie auch schon die 2 Alben zuvor, durch brilliante Metaphern und „um die Ecke denken“ Texte aus.

Ich muss sagen, dass es mir schwer gefallen ist die Platte bis zum Ende zu hören denn jeder Song lädt zum „nochmal und nochmal und nochmal“ hören ein 🙂 Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass „Mosaik Musik“ in meinem Auto wie eine Bombe eingeschlagen ist. Keine Fahrt mehr ohne dass von der Rückbank lautstark „Joga Club, Joga Club!“ gefordert wurde. Und beeindruckt hat das letzte Album so nachhaltig, dass auch nach 3 Jahren immer mal wieder folgende Bemerkung zu hören ist „Also… Joga Club haben wir lange nicht mehr gehört.“ Umso mehr freue ich mich, dass sich „Kolibri“ definitiv nicht hinter „Mosaik Musik“ verstecken muss. Endlich neues Futter für lange Fahrten und gespannte Ohren.

Bei Joga Club bin ich jedes mal im Zwiespalt, zwischen „Das muss ins Radio… die Welt muss das hören!“ und „nein, das möchte ich ganz für mich alleine behalten!“ Deswegen gehe ich jetzt auch nicht weiter auf die einzelnen Songs ein, denn jeder für sich ist ein kleines, gelungenes Kunstwerk! Und ich bleibe dabei: Phillips Stimme ist meine heimliche große Liebe 😉

Also – Kaufen, Musik an und der Zeit entfliehen! Oder Augen zu und tanzen! Oder Regen beobachten! Vor mir aus auch alles zusammen 🙂
„Kolibri“ ist definitiv die richtige Musik dafür.

 

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Tracklist:
1. Katapult
2. Megafon
3. Sonnenbrille
4. Nirgendwo Wäre Ich Lieber
5. Sprengkopf Küss Mich
6. Hostel
7. Ich Leg Mich Fest
8. Sieben
9. Guter Junge
10. Möglichkeit Eins
11. Nachtwanderung

Joga Club – HOMEPAGE

Joga Club – Kolibri (TimeZone Records, 13.11.2015)
5.0Gesamtwertung